Miguel Delibes, Steven Erikson, Wilhelm Müller

De Spaanse schrijver Miguel Delibes werd op 7 oktober 1920 in Valladolid geboren. Zie ook mijn blog van 7 maart 2008.
Uit: Mein vergötterter Sohn Sisí (Mi idolatrado hijo Sisí, vertaald door Lisa Grüneisen)
„Cecilio Rubes zögerte.
»Ach, Valentín!« sagte er schließlich. »Wir leben in einer schwierigen Zeit. In der Welt herrschen nichts als Haß und Bosheit. Krieg in Frankreich, Krieg in Portugal, Revolution in Rußland. Werden wir uns irgendwann einmal alle vertragen?«
»...alle vertragen ...«, wiederholte der Buchhalter. »Wer weiß, Señor Rubes? Die Welt macht, was sie will. Vielleicht sind wir besser bedient, wenn wir unsere Welt auf unsere eigenen vier Wände beschränken: das ist ein wenig egoistisch, aber es ist besser. Es geht uns schlecht, gewiß, aber den Soldaten in den verschneiten Schützengräben und dem russischen Zaren geht es heute nacht noch schlechter.«
Cecilio Rubes wandte den Kopf, um seinen Angestellten anzusehen. Seit Tagen fragte er sich, ob der Buchhalter und seine Gehilfen wohl mit der bolschewistischen Bewegung sympathisierten. Cecilio Rubes war mißtrauisch. Schon in jungen Jahren war es ihm so vorgekommen, als ob jene, die dienten, dies nur notgedrungen taten, während sie auf ihre Gelegenheit warteten. Er hatte das Gefühl, daß seine eigenen Angestellten ihm über einer seiner makellosen Badewannen die Kehle durchschneiden würden, wenn in seiner Stadt etwas Ähnliches passieren sollte wie in Rußland. Diese Vorstellung ließ ihn unwillkürlich erschaudern.
Cecilio Rubes verabscheute Gewalt und war äußerst zartbesaitet. Warum sich heute um Dinge sorgen, die sich irgendwann ereignen konnten? Er war deprimiert, das war alles. Aber genaugenommen gab es keinen Grund für diese Niedergeschlagenheit. Er besaß ein gutgehendes Geschäft, eine hübsche Frau und alle Annehmlichkeiten, die man sich nur wünschen konnte. Valentín hatte recht. Allerdings standen die Dinge für Cecilio Rubes auch nicht ganz so günstig, wie der Buchhalter annahm. Das Geschäft lief nicht schlecht, aber es florierte auch nicht so recht. Die Bauherren hielten an alten Gewohnheiten fest und statteten die neuen Wohnhäuser nicht mit Badezimmern aus. Badewannen mit fließend Wasser waren ein ungewohnter Luxus in der Stadt und wurden nur vom Adel benutzt. Sein unbeirrter zehnjähriger Einsatz zeigte keinerlei greifbaren Resultate. Natürlich war es vor zwanzig Jahren mit den Klosetts genauso gewesen. Die Menschen in seiner Stadt hielten in rührender Weise an der Tradition fest. Die Leute badeten einmal monatlich im Bürgerverein oder in den Badeanstalten, oder sie badeten gar nicht. Cecilio Rubes fragte sich, ob der Fortschritt immer so langsam und zögerlich vonstatten gehen und seine Zukunft wie bislang vom regelmäßigen Verkauf von Klosetts abhängen würde. Dieser Gedanke behagte ihm gar nicht. Er träumte davon, eines Tages sagen zu können: »Ich habe bei zehn angefangen, und heute stehe ich bei hundert.« Geschäftstüchtigkeit zeigte sich nicht nur am Lebensstil – einem komfortablen Lebensstil in seinem Fall –, sondern daran, daß man gut lebte und das Anfangskapital verdoppelte, verdreifachte oder gar verzehnfachte.“

De Canadese schrijver, archeoloog, antropoloog Steven Erikson (pseudoniem van Steve Rune Lundin) werd geboren in Toronto op 7 oktober 1959. Zie ook mijn blog van 7 maart 2008.
Uit: The Bonehunters
„Wayward winds had stirred the dust into the air earlier that day, and all who came into Ehrlitan’s eastern inland gate were coated, clothes and skin, with the colour of the red sandstone hills. Merchants, pilgrims, drovers and travellers appeared before the guards as if conjured, one after another, from the swirling haze, heads bent as they trudged into the gate’s lee, eyes slitted behind folds of stained linen. Rust-sheathed goats stumbled after the drovers, horses and oxen arrived with drooped heads and rings of gritty crust around their nostrils and eyes, wagons hissed as sand sifted down between weathered boards in the beds. The guards watched on, thinking only of the end of their watch, and the baths, meals and warm bodies that would follow as proper reward for duties upheld.
The woman who came in on foot was noted, but for all the wrong reasons. Sheathed in tight silks, head wrapped and face hidden beneath a scarf, she was nonetheless worth a second glance, if only for the grace of her stride and the sway of her hips. The guards, being men and slavish to their imaginations, provided the rest.
She noted their momentary attention and understood it well enough to be unconcerned. More problematic had one or both of the guards been female. They might well have wondered that she was entering the city by this particular gate, having come down, on foot, this particular road, which wound league upon league through parched, virtually lifeless hills, then ran parallel to a mostly uninhabited scrub forest for yet more leagues. An arrival, then, made still more unusual since she was carrying no supplies, and the supple leather of her moccasins was barely worn. Had the guards been female, they would have accosted her, and she would have faced some hard questions, none of which she was prepared to answer truthfully.”

De Duitse, romantische dichter Wilhelm Müller werd geboren op 7 oktober 1794 in Dessau. Zie ook mijn blog van 7 oktober 2006 en ook mijn blog van 7 maart 2008.
Brüderschaft
Im Krug zum grünen Kranze
Da kehr' ich durstig ein,
Da saß ein Wandrer drinnen
Am Tisch bei kühlem Wein.
Ein Glas war eingegossen,
Das wurde nimmer leer;
Sein Haupt ruht auf dem Bündel,
Als wär's ihm viel zu schwer.
Ich tät mich zu ihm setzen,
Ich sah ihm ins Gesicht,
Das schien mir gar befreundet,
Und dennoch kannt' ich's nicht.
Da sah auch mir ins Auge
Der fremde Wandersmann
Und füllte meinen Becher
Und sah mich wieder an.
Hei, was die Becher klangen!
Wie brannte Hand in Hand!
"Es lebe die Liebste deine,
Herzbruder, im Vaterland!"

























































































