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Berichten van 21 december 2009 tot 22 december 2009

Felicitas Hoppe, Margit Schreiner, Hugo Loetscher, F.T. Marinetti

De Duitse schrijfster Felicitas Hoppe werd geboren op 22 december 1960 in Hameln. Zie ook mijn blog van 22 december 2008.

 

Uit: Picknick der Friseure

 

„Jedes Jahr im Mai kommen die Friseure. Wir möchten Fähnchen schwenken wie sie und weiße Kittel tragen mit demselben Stolz. Wir bewundern ihre langen, geschmeidigen Hände und verdrehen gierig die Augen nach den großen Körben, die verheißungsvoll an ihren Armen hängen, gefüllt mit weißen Kaninchen und Eiern, Wein und Gebäck.

Es regnet nie, wenn die Friseure kommen. Sie brauchen nicht nach oben zu schauen, um zu wissen, daß der Himmel blau ist und die Sonne sich in ihren blanken Köpfen spiegelt. Wie Netze werfen sie weiche Decken aus; gleich neben dem See unter schattigen Bäumen in unserem Stadtpark. Sie haben nie Eile und liegen, wie Sommerstudenten, die Arme verschränkt unter den Nacken, mit halbgeschlossenen Lidern im Gras. Was hinter den Lidern vorgeht, wissen wir nicht, sie öffnen keine Bücher und hinterlassen keine Notizen in den Papierkörben. Wir lauern flach im Gebüsch und lauschen ihrem unschuldigen Atem, bis endlich einer sich erhebt, um das erste Kaninchen zu schlachten.

Zu den Tätigkeiten des Friseurs gehört das Waschen, das Schneiden, das Legen, das Kämmen, das Blondieren, das Färben, das Tönen, das Pflegen, das Ondulieren, das Glätten der Haare gegen den Wind, das Rasieren, das Maniküren, das Pediküren, das Anfertigen von Perücken und Haarteilen. Das liest das Kaninchen aus der haarlosen Hand des Friseurs, das wissen auch wir, zitternde Spione im Maibusch, aber wenn die Schere aufblitzt, kneifen wir fest die Augen zusammen und pressen die Hände auf Ohren und Kopf, als hätten wir noch immer den Trick nicht begriffen, wie alles nachwächst. Da lacht der Friseur und winkt uns zu und schlägt ein Ei in die Pfanne.

Wir aber gehörten nicht dazu. Mit Kahlköpfen speisen, das bringt kein Glück, sagte unsere Großmutter und rümpfte die Nase, als hinge ein Unglück in der Luft. Sie schnitt uns die Haare nach eigener Art mit stumpfer Schere kreuz und quer, wer wollte schon schön sein bei solchem Wetter. Sie verhängte die Fenster mit schweren Tüchern, wenn die Friseure vorbeizogen, und nagelte Bretter vor die Tür. Aber wir entwischten durch den Keller und hörten sie hinter uns keifen, als wir die Straße hinunter jagten. Wir konnten nicht warten, wir wollten schön sein, wir wollten auf weichen Decken sitzen und mittafeln an einem richtigen Tisch, ein weißes Tuch ohne Flecken und Reste, denn die Friseure saugten mit glänzenden Lippen das Fleisch von den Knochen, bis sie schimmerten wie polierte Zähne. Dann warfen sie sie in hohem Bogen über ihre Schultern in den See. Und so traten wir atemlos in ihre Dienste.“

 

 

 

 

hoppe
Felicitas Hoppe (Hameln, 22 december 1960)

 

 

 

 

De Oostenrijkse schrijfster Margit Schreiner werd geboren op 22 december 1953 in Linz. Zie ook mijn blog van 22 december 2008.

 

Uit: Haus, Friedens, Bruch.

 

„Tag für Tag und besonders Wochenende für Wochenende lese ich in den Literaturbeilagen mit Entsetzen von den neuen Büchern der Kollegen. Alle unheimlich produktiv. Und selbstsicher. So an den Haaren herbeigezogen kann eine Story gar nicht sein, dass der Kollege nicht felsenfest davon überzeugt ist, ein Meisterwerk geschaffen zu haben. Das musst du heute auch sein, weil in jedem mickrigen Persönlichkeitstraining erfährst du ja, dass niemand von deiner Sache überzeugt sein kann, wenn du es nicht selbst bist. Aber umgekehrt stimmt die Sache natürlich nicht immer. Von mir aus kann so ein Kollege von seinen Schnapsideen überzeugt sein, wie er will, mich überzeugt er damit noch lange nicht. Mir wird nämlich sehr schnell langweilig bei diesen Kunsthandwerksbüchern, die da heute der Reihe nach erscheinen und gelobt und gepriesen werden, dass du nur so mit den Ohren wackelst. Und die Jungs featuren sich noch gegenseitig! Da lobt der eine den anderen wer weiß wie über den grünen Klee, und jeder Insider weiß, dass die beiden beste Freunde sind. Aber es gibt nicht nur die besten Freunde, es gibt auch die besten Literaten weit und breit. Und es ist wahrscheinlich immer ein schönes Gefühl, wenn man selbst bestimmt, wer das ist. Eine Lobby ist eine Gruppe von gleich Gesinnten oder besser: eine Gruppe von Menschen, die gleiche Interessen hat. Ein wirklicher Schriftsteller hat naturgemäß keine Lobby, weil niemand hat die gleiche Gesinnung wie er. Und Interessen hat er auch keine. Darum ist er ja Schriftsteller geworden: interesseloses Wohlgefallen! Siehe Immanuel Kant! Nicht einmal Einzelgängertum schützt vor Kitsch und Kunsthandwerk. Da gibt es unzählige Beispiele. Der Einzelgänger glaubt nämlich oft nur, dass er wahnsinnig einzelgängerisch ist, und in Wirklichkeit ist er sagenhaft angepasst, aber mit den Händen auf dem Rücken und der Nase in der Luft. Zur Schau gestellte Bescheidenheit und innere Hochnäsigkeit liegen ja bekanntlich ganz nahe beieinander. Aber ich will mich da jetzt nicht hineinsteigern. Nur andeuten, wie deprimierend die Literaturbeilagen sein können. Es kann natürlich auch ganz anders sein.
Du liest in der Literaturbeilage einer Zeitung über das neue Buch eines Kollegen und bist begeistert! Schon während du den Artikel liest, fühlst du dich angeregt. Du springst hoch, stürzt zu deiner Schreibmaschine, um dir Notizen zu machen, und plötzlich ist die Blockade da. Hart, metallen, geradezu unüberwindbar. Du weißt nicht mehr, was du gerade noch anregend fandest, Stoff, Inhalt und Form zerfallen dir im Kopf wie Zuckerwatte im Mund.”

 

 

 

 

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Margit Schreiner (Linz, 22 december 1953)

 

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Hugo Loetscher werd geboren op 22 december 1929 in Zürich. Zie ook mijn blog van 22 december 2008.

 

Uit: War meine Zeit meine Zeit

 

„Wie alle bin ich ungefragt auf die Welt gekommen. Ich gehöre zu denen, die versuchten, daraus etwas zu machen.

Unter den ersten Dingen, die mir zufielen, war eine Stadt. Diese lag an einem See, der Absicht nach lieblich und gelegentlich besungen, eingebettet zwischen Hügel und föhnverwöhnt, an den Hängen Wein, der bis zu brauchbarer Süße wächst.

Berühmt ist der Abfluss, die Limmat. An ihr war die Stadt gegründet worden. Sie fließt den Altstadtvierteln entlang, gesäumt von Kirchen, Zunfthäusern und dem Rathaus. An ihren Quais hatten einst Schiffe angelegt, waren Märkte abgehalten worden, woran ein Weinplatz oder die Gemüsebrücke erinnern. Vorbei an den steilen Mauerresten eines römischen Kastells und einer mittelalterlichen Pfalz.

Doch es gibt einen anderen Fluss, einen minderen, wilder und mit verbauten Ufern. Jenseits dieses Flusses war einst eingerichtet und angelegt worden, was nicht ins puritanische Bild der Stadt gepasst hatte: Das Siechenhaus, der katholische Friedhof, der Schlachthof oder die Hinrichtungsstätte. Hier lebten von jeher Kleinbürger und Proleten. Was von der Stadt aus gesehen jenseits lag, war ein Diesseits für diejenigen, die hier wohnten. Hier wuchs ich auf, einer, der versuchte, aus dem Ungefragten etwas zu machen.

Als Kind kletterte ich zum minderen Fluss hinunter, mich an den Sträuchern der Böschung absichernd, ermahnt von der Großmutter, nicht zu ertrinken. Doch tief war das Wasser nicht. Natürlich hüpfte ich von Stein zu Stein, zog manch vollen Schuh heraus, stand knietief im Fluss, als könnte man mit Beinen den Lauf sperren.

Viel später vernahm ich als Schüler von einer andern Art Fluss, von der Lethe. Aus diesem griechischen Fluss tranken die Toten, um zu vergessen, was hinter ihnen lag. Außer den chinesischen Toten, die tranken, um nicht Altlasten aus dem früheren Leben ins neue mitzuschleppen, einen Tee.

Ich erfuhr, dass nicht nur leben, auch tot sein kostet. Die Zulassung ins Totenreich ist nicht gratis. Ich hatte ein Sparschwein angelegt. Aber ich schlug es auf, bevor es galt, die Münzen für die Überfahrt in die Unterwelt zu entrichten. Das Geld kriegte nicht ein Fährmann, sondern eine Kioskfrau, für Heftchen, die nicht für Jugendliche bestimmt waren.

(...)

 

 

 

 

loetscher
Hugo Loetscher (Zürich, 22 december 1929)

 

 

 

 

 

De Italiaanse dichter, schrijver en futuristisch kunstenaar Filippo Tomasso Marinetti werd geboren op 22 december 1876 in Alexandrië. Zie ook mijn blog van 22 december 2006 en ook mijn blog van 22 december 2007 en ook mijn blog van 22 december 2008.

 

Uit: Critical Writings (Vertaald door Doug Thompson)

 

„Self-Portrait

I had a strange, colorful, uproarious sort of life. I started off with rose and black, a blossoming, healthy little tot in the arms and between the carbon-coke breasts, of my Sudanese nurse. Which maybe explains my somewhat blackish concept of love and my open antipathy toward milk-and-honey politics and diplomacy.

My father’s Piedmontese tenacity was passed on to me in the blood. It is to him that I owe the great strength of his willful, domineering, sanguine temperament, but fortunately, I have not inherited his dense tangle of spiritual arguments, nor his fantastic memory which made him, in his time, the greatest civil law lawyer in Alexandria.1

On certain evenings, down there in the witchery of Africa,

They would take us onto your dark, deserted beaches,

A doleful flock of boarders

Who crept along, placid and slow, watched over

By our priests, strict and black . . . Little blots

Of ink we were against the immaterial

Silks of a divine, oriental sky.

My mother,2 who was entirely composed of the most delicate, musical poetry of affectionate tears and tenderness, was Milanese. Though born in Alexandria, I feel myself bound to Milan’s forest of chimneys and its ancient Cathedral.

O Cathedral of Milan! I have terrified you

Brushing with my seagull’s wings

Against the monstrous, steep slopes

Of your age-old cliffs. . .

You say I am a Milanese in too great a hurry.

When I was six, I was often severely scolded when I was caught red-handed, spraying passersby from our balcony.

They weren’t exactly passing by; rather were these solemn Arab merchants standing around, extending their lengthy, ceremonious greetings,with their backs arching their salaams, beneath their many-colored turbans, avidly bargaining for Parisian bed linen and chests of fruit with Jewish brokers and camel drivers.

On one side, my father’s house in Alexandria looked out onto a busy street, and on the other onto a huge walled garden that was filled with palm trees, fans gently waving against the foamy blue laughter of the African sea.“

 

 

 

 

marinetti
F.T. Marinetti (22 december 1876 – 2 december 1944)  

 

Geschreven door Romenu om 20:12 Reageer op dit bericht

Jean Racine, Lulu Wang, Kenneth Rexroth, E. A.Robinson, Christoph Keller,Thomas Higginson, Ulrich Bräker

De Franse schrijver Jean Racine werd geboren op 22 december 1639 in La Ferté-Milon. Zie ook mijn blog van 22 december 2006 en ook mijn blog van 22 december 2008.

Uit: Britannicus

 

ALBINE

Quoi? tandis que Néron s'abandonne au sommeil,

Faut-il que vous veniez attendre son réveil?

Qu'errant dans le palais sans suite et sans escorte,

La mère de César veille seule à sa porte?

Madame, retournez dans votre appartement.

AGRIPPINE

Albine, il ne faut pas s'éloigner un moment,

Je veux l'attendre ici. Les chagrins* qu'il me cause

M'occuperont assez tout le temps qu'il repose.

Tout ce que j'ai prédit n'est que trop assuré :

Contre Britannicus Néron s'est déclaré;

L'impatient* Néron cesse de se contraindre;

Las de se faire aimer, il veut se faire craindre.

Britannicus le gêne, Albine; et chaque jour

Je sens que je deviens importune à mon tour.

ALBINE

Quoi? vous à qui Néron doit le jour qu'il respire,

Qui l'avez appelé de si loin à l'Empire?

Vous qui, déshéritant le fils de Claudius,

Avez nommé César l'heureux* Domitius*?

Tout lui parle, Madame, en faveur d'Agrippine

Il vous doit son amour*.

AGRIPPINE

Il me le doit, Albine :

Tout, s'il est généreux, lui prescrit cette loi;

Mais tout, s'il est ingrat, lui parle contre moi.

ALBINE

S'il est ingrat, Madame? Ah! toute sa conduite

Marque dans son devoir une âme trop instruite.

Depuis trois ans entiers, qu'a-t-il dit, qu'a-t-il fait

Qui ne promette à Rome un empereur parfait?

Rome, depuis deux ans*, par ses soins gouvernée,

Au temps de ses consuls croit être retournée :

Il la gouverne en père. Enfin Néron naissant

A toutes les vertus d'Auguste vieillissant

 

 

 

 

 

Racine
Jean Racine (22 december 1639 - Parijs, 21 april 1699)

 

 

 

 

De Nederlandse schrijfster Lulu Wang werd geboren op 22 december 1960 in Beijing. Zie ook mijn blog van 22 december 2008.

 

Uit: Het Witte Feest

 

‘Mei, de eigele mei kwam eraan geswingd. Krokussen wrongen hun zonnige kopjes van tussen de straatstenen en lachten Rong verkwikkend toe. Rong klom in elke boom, op zoek naar een nest met een broedende moedermus. Toen hij thuiskwam, zei hij tegen moeder: ‘De vadermus bracht een bek vol wormen naar huis. De moedermus giechelde van blijdschap en dankbaarheid! Straks, als de babymusjes uitkomen, zal de vadermus twee bekken vol, misschien wel drie bekken vol wormen mee naar huis nemen…’

Moeder weet de ongrijpbare fantasieën van haar tweede zoon aan het opiumgebruik van wijlen haar man toen ze bezig waren Rong te concipiëren. Shun was veel normaler, meende ze.

Maar Rong was apetrots op zijn vondst. Aan het einde van de rit had hij vaderliefde gevonden. Goed, het was dan bij mussen, maar wat gaf dat?’

 

 

 

 

Wang
Lulu Wang (Beijing, 22 december 1960)

 

 

 

 

De Amerikaanse dichter Kenneth Rexroth werd geboren in South Bend (Indiana) op 22 december 1905. Zie ook mijn blog van 22 december 2008.

 

 

On What Planet

 

Uniformly over the whole countryside
The warm air flows imperceptibly seaward;
The autumn haze drifts in deep bands
Over the pale water;
White egrets stand in the blue marshes;
Tamalpais, Diablo, St. Helena
Float in the air.
Climbing on the cliffs of Hunter’s Hill
We look out over fifty miles of sinuous
Interpenetration of mountains and sea.

 

Leading up a twisted chimney,
Just as my eyes rise to the level
Of a small cave, two white owls
Fly out, silent, close to my face.
They hover, confused in the sunlight,
And disappear into the recesses of the cliff.

 

All day I have been watching a new climber,
A young girl with ash blond hair
And gentle confident eyes.
She climbs slowly, precisely,
With unwasted grace.
While I am coiling the ropes,
Watching the spectacular sunset,
She turns to me and says, quietly,
“It must be very beautiful, the sunset,
On Saturn, with the rings and all the moons.”

 

 

 

 

The Advantage Of Learning

 

I am a man with no ambitions
And few friends, wholly incapable
Of making a living, growing no
Younger, fugitive from some just doom.
Lonely, ill-clothed, what does it matter?
At midnight I make myself a jug
Of hot white wine and cardamon seeds.
In a torn grey robe and old beret,
I sit in the cold writing poems,
Drawing nudes on the crooked margins,
Copulating with sixteen year old
Nymphomaniacs of my imagination.

 

 

 

 

 

KennethRexroth
Kenneth Rexroth (22 december 1905 – 6 juni 1982)

 

 

 

 

De Amerikaanse dichter Edwin Arlington Robinson werd geboren op 22 december 1869 in Head Tide, Maine. Zie ook mijn blog van 22 december 2008.

 

 

Ballad of Dead Friends 

 

As we the withered ferns

By the roadway lying,

Time, the jester, spurns

All our prayers and prying --

All our tears and sighing,

Sorrow, change, and woe --

All our where-and-whying

For friends that come and go.

 

Life awakes and burns,

Age and death defying,

Till at last it learns

All but Love is dying;

Love's the trade we're plying,

God has willed it so;

Shrouds are what we're buying

For friends that come and go.

 

Man forever yearns

For the thing that's flying.

Everywhere he turns,

Men to dust are drying, --

Dust that wanders, eying

(With eyes that hardly glow)

New faces, dimly spying

For friends that come and go.

 

ENVOY

 

And thus we all are nighing

The truth we fear to know:

Death will end our crying

For friends that come and go. 

 

 

 

 

EA_Robinson2
E. A. Robinson (22 december 1869 – 6 april 1935)

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijver ook mijn blog van 22 december 2008.

 

De Zwitserse schrijver Christoph Keller werd geboren op 22 december 1963 in St. Gallen. Zie ook mijn blog van 22 december 2006 en ook mijn blog van 22 december 2007.  

 

De Amerikaanse schrijver en strijder tegen slavernij Thomas Wentworth Higginson werd geboren op 22 december 1823 in Cambridge, Massachusetts.

 

De Zwitserse schrijver Ulrich Bräker werd geboren op 22 december 1735 in Näppis (Scheftenau), Toggenburg, Kanton St. Gallen.
Geschreven door Romenu om 20:10 Reageer op dit bericht

Heinrich Böll, Ted van Lieshout, Rolf Lappert, Thomas Hürlimann, Rebecca West

De Duitse schrijver Heinrich Böll werd geboren op 21 december 1917 in Keulen. Zie ook mijn blog van 21 december 2006 en ook mijn blog van 21 december 2007 en ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit: Irisches Tagebuch

 

„Als ich an Bord des Dampfers ging, sah ich, hörte und roch ich, daß ich eine Grenze überschritten hatte; eine von Englands lieblichen Seiten hatte ich gesehen: Kent, fast bukolisch — das topographische Wunder London nur gestreift — dann eine von Englands düsteren Seiten gesehen: Liverpool — aber hier auf dem Dampfer war England zu Ende: hier roch es schon nach Torf, klang

kehliges Keltisch aus Zwischendeck und Bar, hier schon nahm Europas soziale Ordnung andere Formen an: Armut war nicht nur »keine Schande« mehr, sondern weder Ehre noch Schande: sie war — als Moment gesellschaftlichen Selbstbewußtseins — so belanglos wie Reichtum; die Bügelfalten hatten ihre schneidende Schärfe verloren, und die Sicherheitsnadel, die alte keltisch- germanische Fibel, trat wieder in ihr Recht; wo der Knopf wie ein Punkt gewirkt hatte, den der Schneider gesetzt hatte, war sie wie ein Komma eingehängt worden; als Zeichen der Improvisation förderte sie den

Faltenwurf, wo der Knopf diesen verhindert hatte.

Auch als Aufhänger für Preisschildchen, als Hosenträgerverlängerung, als Manschettenknopf-Ersatz sah ich sie, schließlich als Waffe, mit der ein kleiner Junge durch den Hosenboden eines Mannes stach: erstaunt war der Junge, erschrocken dann, weil der Mann keinerlei Reaktion zeigte; dann klopfte der Junge vorsichtig mit dem Zeigefinger den Mann ab, um festzustellen, ob er noch lebte: er lebte noch, schlug dem Jungen lachend auf die Schulter.

Immer länger wurde die Schlange vor dem Schalter, wo es den Nektar Westeuropas in großzügigen Portionen um billiges Geld gab: Tee; als wären die Iren bemüht, unbedingt auch diesen Weltrekord, den sie knapp vor England halten, nicht preiszugeben: fast zehn Pfund Tee werden jährlich pro Kopf in Irland verbraucht: ein kleines Schwimmbassin voll Tee also muß in jedem Jahr durch jede irische Kehle laufen.

Während ich langsam in der Schlange vorrückte, blieb Zeit genug, mir die anderen irischen Weltrekorde ins Gedächtnis zu rufen: nicht nur den im Teetrinken hält dieses kleine Land: als zweiten den im Priesternachwuchs (die Erzdiözese Köln etwa müßte fast tausend Neupriester jährlich weihen, um mit einer kleinen Erzdiözese in Irland konkurrieren zu können); als dritten Weltrekord hält Irland den im Kinobesuch (wiederum — wieviel Gemeinsamkeit bei allen Gegensätzen! — knapp vor England), als vierten schließlich einen bedeutsamen, von dem ich nicht zu sagen wage, daß er mit den ersten dreien in ursächlichem Zusammenhang stehe: In Irland gibt es die wenigsten Selbstmörder auf dieser Erde. Noch sind die Rekorde im Whiskeytrinken und im Zigarettenrauchen nicht ermittelt, doch auch in diesen Disziplinen liegt Irland weit vorne, dieses kleine Land, das soviel Bodenfläche wie Bayern, aber weniger Einwohner hat, als zwischen Essen und Dortmund wohnen.“

 

 

 

 

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Heinrich Böll (21 december 1917 – 16 juli 1985)

Beeld door Wieland Förster in Berlijn

 

 

 

 

De Nederlandse dichter en schrijver Ted van Lieshout werd geboren op 21 december 1955 in Eindhoven. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

 

Engel

 

Als ik naar mijn schouderbladen

grijp, voel ik vleugelstompjes.

Ik wist wel dat ik eigenlijk

een engel ben. Daarom en dus

kan ik ook waarzeggen; ik heb

 

altijd minstens voor de helft gelijk.

Maar mijn moeder gelooft niet in mij.

Ze zegt: Houd op met dat gezeik.

 

Dat had ze beter niet kunnen zeggen!

Ik zal voorspellen dat ze doodgaat

met veel pijn, voor straf. Ik wacht

alleen nog even tot ik zelf weet

hoe macaroni met ham en kaas moet.

 

 

 

Aan tafel

 

Mam geeft mij een mep omdat mijn
kleine broertje te ver weg zit.
Hij kwam weer te laat voor het eten,
maar bracht wel zelfgeplukt onkruid
mee voor in een vaas. Zo'n joch

van zes, dat al precies weet hoe
een moeder moet. Hij, het mooiste
zoontje, zit tegenover haar; ze wil
hem in haar ogen - de lelijke zoon
moet in de buurt van haar handen.

Mijn zusje heeft daarvan geen last.
Zij pikt een worteltje alvast.

 

 

 

 

 

ted_van_lieshout
Ted van Lieshout (Eindhoven, 21 december 1955)

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Rolf Lappert werd geboren op 21 december 1958 in Zürich. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit: Die Gesänge der Verlierer

 

“Als die Wand neben seinem linken Ohr endlich einstürzte, öffnete Nicholas Tyler die Augen. Seit dem frühen Nachmittag hatten die Bauarbeiter im Nebengebäude gewütet, jetzt setzten die Dieselmotoren der Maschinen mit hustenden, schleifenden Geräuschen aus. Tyler blieb liegen, sah zum Fenster und überlegte, wie spät es sein mochte. Im Haus nebenan, das der neue Besitzer vollständig aushöhlen ließ, kehrte fast so etwas wie Ruhe ein. Gelegentliches Scharren war zu hören, fernes Rumpeln, was Tyler nach dem Lärm als Stille empfand.

Dumpf dröhnte ein Lastwagen im Hinterhof, karrte eine weitere Fuhre Bauschutt irgendwohin, Backsteine, zersplitterte Bodenbretter, Leitungsrohre, die gewunden und verkalkt waren wie die Arterien von etwas Krankem.

Die Uhr zeigte halb drei, nicht vier, wie Tyler geschätzt hatte. ImWinter blieb das Licht oft über Stunden hinweg beinahe unverändert, keine Sonne bot einen Anhaltspunkt, und die Helligkeit nahm so langsam ab, dass man es als Ereignis kaum wahrzunehmen vermochte. Jetzt wurde nebenan Eisen auf Eisen geschlagen, vermutlich mussten mit Hammer und Meißel letzte Mauerbrocken entfernt oderWasserleitungen in Stücke zerlegt werden. Ein disharmonischer, sich überschneidender

Takt entstand, und als hätte er den Einsatz abgewartet, drehte Wilkins im oberen Stockwerk dieMusik auf.

Tyler rollte sich an den Rand des Bettes, tastete mit den Füßen nach den Gummischlappen und erhob sich. In der Küche tönte Wilkins’ Radio stärker durch die Decke, und Tyler drückte die Play-Taste des Rekorders, bevor erWasser für Kaffee aufsetzte. Bestimmt zum hundertsten Mal hörte er das

Gitarren-Intro, aus dem ein bodenlos dumpfer Basslauf und eine rasselnde Snare-Drum auftauchten. Tyler ging ins Bad, wo er sich vor den Spiegel stellte und eingehend sein Gesicht betrachtete. Der grobe Stoff der Tagesdecke hatte feine Striemen in seine Wangen gedrückt, die Haut wirkte fahl, die

Lippen waren blutleer und rissig. Er lehnte sich nahe ans Glas, blinzelte und suchte nach einem möglichst abstoßenden Vergleich für den Anblick, den seine halb geöffneten, geröteten Augen boten. Verdorbene Muscheln, Wel ihm unerfreulich schnell ein. Er stöhnte und wusch sich mit eisigem Wasser, bis seine Finger vor Kälte schmerzten.”

 

 

 

 

Lappert
Rolf Lappert (Zürich, 21 december 1958)

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Thomas Hürlimann werd geboren op 21 december 1950 in Zug. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit: Die Tessinerin

 

„Um zehn Uhr abends bat sie ihn, er möge in der Stube auf dem Kanapee schlafen. Sie könne das Jammern und Stöhnen nicht mehr verbeißen, und sie wisse doch, wie nötig der Lehrer den Schlaf habe. Der Lehrer nahm seine Decke; wortlos ging er hinaus. In der Nacht hatte sie Träume, sie schwitzte, aber der Schmerz war erträglicher als in den Nächten zuvor. Morgens um sechs hörte sie in der Stube den Wecker schellen. Jetzt müsse man, dachte sie, dem Lehrer den Milchkaffee machen. Sie hatte sich aufgesetzt, es fror sie, der Körper schlotterte. Sie lüpfte mit beiden Händen erst das eine Bein, dann das andere Bein über den Bettrand. Vornübergebeugt blieb sie sitzen. Jetzt, sie wußte es, würde der Schmerz wieder kommen, und wie. Am Brustkasten waren die Rippen sichtbar geworden, ihre Hüftknochen stachen hervor, und ihre Brüste, die einmal schön gewesen waren, hingen als verschrumpelte Fladen ins nasse Hemd.

Sie war, wie man hier oben sagt, vom Fleisch gefallen. Man hatte im Dorf darüber geredet, man wußte Bescheid. Im November hatte sie ein paar Tage im Bezirksspital in Einsiedeln gelegen. Man hatte sie untersucht. Eine Operation, hatte man gesagt, käme nicht mehr in Frage. Man gab ihr Tropfen gegen die Schmerzen - dreimal täglich sollte ein fingerhutkleiner Plastikbecher bis zu einem eingeritzten Zeichen gefüllt werden. Mitte Dezember nahm sie die Tropfen öfter als erlaubt, auf das Zeichen gab sie nicht mehr acht. Als ihr der Lehrer am Neujahrsmorgen ein glückhaftes Neues entbot, sagte sie, sie sei ziemlich müde und sie habe die Bitte, daß man ihr sofort - aber sofort! schrie sie, ein neues Fläschchen hole. Fortan fuhr der Lehrer einmal in der Woche mit der Post nach Einsiedeln, um in der Engel-Apotheke die Tropfen zu besorgen.

Das Rezept hatte der 'Türk' ausgestellt, ein Doktor Mehmet Asan, der im nahen Willerzell eine Praxis betrieb. Hie und da, ohne daß der Lehrer darum ersucht hatte, kam der Türk ins Lehrerhaus. Die Frau lag jetzt meistens im Bett, nur noch selten ging sie an zwei Krücken in die Küche. Die Krücken hatte sie bei der ehemaligen Hebamme des Dorfes, der alten Friedel, geliehen. Im Dorf war die Frau des Lehrers - man nannte sie die 'Tessinerin' - schon lang nicht mehr gesehen worden. An einem Samstagnachmittag hatte sie, früher als sonst, das Schulhaus verlassen - mit der einen Hand schleppte sie den Putzkübel, und mit der andern stützte sie den Körper auf der Krücke ab und schleppte sich selbst. Seit diesem Samstag blieb die Schulstube ungeputzt, und eine Zeitlang hieß es, die Tessinerin kehre wieder einmal die Bessere heraus.“

 

 

 

 

ThomasHürlimann
Thomas Hürlimann (Zug, 21 december 1950)

 

 

 

De Britse schrijfster Rebecca West werd geboren op 21 december 1892 in Londen als Cicily Isabel Fairfield. Zie ook mijn blog van 21 december 2006 en ook mijn blog van 21 december 2007 en ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit: Survivors in Mexico

 

„Thirty years ago, in the Macedonian province of Yugoslavia, I knew one of the last pashas who were stranded there after the Turkish Empire had been driven out of the Balkans. Such Turks were in sad straits. Five hundred years before, their ancestors had been settled there by the sultans to colonise the territories their armies had conquered, and now the Christians had turned on them, and they were amazed, as exploiters always are when the exploited turn and bite the hand which has not fed them. There was nowhere for these obsolete pro-consuls to retreat from this revenge, for they were strict Moslems, the women wore the veil and the men the fez, and they knew that if they went back to Turkey they would find that by order of the Atatürk the Turkish females' faces were naked and Turkish males had adopted infidel bowlers.

Therefore the old pasha, like several of his kind, lingered on in Macedonia, living in the crumbling villa-palace of his ancestors, with only the few acres round it that he had been allowed to keep when the rest was cut up into peasant holdings under the land reforms of King Alexander. The one place in his home where his poverty did not show, where there were no cracked tiles on the floor and no plaster dust fallen from the wedding-cake vaults above, was a second-storey balcony, which the old lilac trees in the garden had long overtopped. Sitting there, one could stretch out an arm into the branches and stir up the purple flowers and set the scent rising in clouds. There we used to pass the summer evenings, up among the lilacs, drinking a mixture of coffee and chocolate, not thick Turkish coffee, but the thin Western brew, laced with sweet chocolate beaten to a foam. "This," the pasha told me every time we drank it, "is how they serve coffee in Mexico." That was the only thing about Mexico I was sure I knew when I went there.

It is in line with life as I know it that when I got to Mexico nobody had ever heard of mixing coffee and chocolate. But my misapprehension worked out well, for Mexican waiters always took an interest in my husband and myself after we had ordered this bizarre beverage, saying, "Chk, chk, do they drink that in England?" and when we said, to save ourselves trouble, "Yes, all the time, all the time," they nodded tolerantly, feeling that as foreigners we had to be wrong about something, and this was error in an innocent field. So they bore with us every afternoon, round about six, when we went up to the bar on the top floor, though that was the hour they liked to doze; and while they stretched themselves on the plush benches round the walls, we sat undisturbed by the huge west window and watched the sunset make a cavalry charge on the sky and beat the daylights out of it and then itself get beaten by the night.“

 

 

 

Rebecca_West
Rebecca West (21 december 1892 - 15 maart 1983)



Zie voor nog meer schrijvers van de 21e december ook
mijn vorige twee blogs van vandaag.

Geschreven door Romenu om 20:23 Reageer op dit bericht

Ivan Blatný, Garmt Stuiveling, Philipp Galen, Ludwig Hölty,

De Tsjechische dichter Ivan Blatný werd geboren op 21 december 1919 in Brno. Zie ook mijn blog van 21 december 2006 en ook mijn blog van 21 december 2008.

 

 

 

Small Variation

Thursday 8 pm. On the table:
Matches, cigarettes, tobacco, knife, and lamp.
My tools.
You already know my music from five or six things,
You already know my music from five or six things,
My little song.
As it sizzles on the stove, as it bubbles in quietude
The song of the interlude,
Which happens only once in history.
Matches, cigarettes, tobacco, knife, and lamp.
And dust on all of them.
The inaudible galloping horse carries it on its hoof.
In the deathified flat, dust up to the roof.
In the deathified flat, dust up to the roof.
For the last time the unsettled loses itself in history.
Thursday 8 pm. On the table:
Newspapers, cigarettes, tobacco, knife, and lamp.
Newspapers: Papandreu, Pierlot.
Furniture: Divan, ornamented credenza.
My little song.
Big drops hit the poorly boarded-up window with a splat.
We'll get wet inside the flat!
We'll get wet inside the flat!
And even worse boards
Will be left for the coffin.

 

 

 

 

Vertaald door Matthew Sweney

 

 

 

 

Nachtstück

 

Wenn im Silo des Mondscheins.

nachts das Getreide glimmt,.

strahlt jedes Korn auf seine Weise..

Dort! eine Hexe, die den Besen nimmt..

 

Der Dorfnarr, der noch immer.

meint, er werde niemals sterben,.

macht sich auf nach Morton-Marell..

Ich gehe mit, begleite ihn ein Stück..

Wir treffen unterwegs zwei Sommergäste..

 

 

 

Vertaald door Felix Philip Ingold

 

 

 

Blatny
Ivan Blatný (21 december 1919 – 5 augustus 1990)



De Nederlandse dichter en literator Garmt Stuiveling werd geboren in Stroobos op 21 december 1907. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit:  De Nederlandse Literatuurgeschiedenis: stand en misstand

 

„Wanneer ik nog een uur van uw tijd zou mogen vragen om u de tragedie van het Multatuli-Museum uiteen te zetten, dan zou u weten hoe zeer zowel bij de leidende politici als bij de geestelijke elite van ons volk het gevoel voor normen in de literatuur, voor continuïteit van de literaire traditie, ontbreekt. Wanneer wij ergens de eerbied voor het verleden zouden moeten in acht nemen, dan zou dat zijn ten opzichte van een aantal literaire voormannen uit het verleden. Maar er is geen traditie in dat opzicht. Het graf van Bredero is in het begin van onze eeuw geruimd; het graf van Camphuysen in Dokkum, het graf van Poot in Delft, wie kent ze, door wie worden ze ooit met eerbied bezocht? Wij zouden de moed moeten hebben om te erkennen, dat wij geen levende cultuur zijn als we ons verleden op deze wijze verwaarlozen. En daarmee kom ik tot het laatste punt. Hoe is de presentatie en hoe is het prestige van onze literatuur in het buitenland? Iedereen kent in het buitenland Rembrandt en Vincent van Gogh, iedereen die enigszins aan cultuur heeft gedaan. Niemand kent Hooft en Vondel, Gezelle, Multatuli en Gorter. Multatuli, dank zij de Max Havelaar nog het beste. Maar iedereen kent Erasmus, iedereen kent Spinoza, iedereen kent Thomas a Kempis. Dat wil dus zeggen dat de Nederlandse geest in het Latijn drie maal in drie eeuwen wereldliteratuur heeft voortgebracht: Thomas a Kempis, Erasmus, Spinoza. Maar het wil niet zeggen dat Willem die de Reinaert maecte en de anonieme auteur van de Beatrijs en Vondels Lucifer en Multatuli's Max Havelaar en Gorters Mei van een minder niveau zouden zijn dan de Lof der Zotheid of de Ethica of De Navolging van Christus. Bepaald niet. Wie in staat is, hetzij uit belangstelling, hetzij door studie, deze dingen te vergelijken, weet dat de voorbije toegankelijkheid van het Latijn als internationale taal soms heeft gemaakt dat teksten gemeengoed zijn geworden van de wereld, terwijl andere teksten door hun ontoegankelijkheid afgesneden zijn van iedere internationale erkenning. Wie de Reinaert kent zoals u die kent, zoals ik die ken, weet dat dat geen geringer werk is dan de topstukken van onze laatmiddeleeuwse schilderkunst. En van de Beatrijs geldt hetzelfde. En wie de Barok in Europa wil kénnen, behoort inderdaad de Lucifer gelezen te hebben. Wie een werkelijk groot sociaal werk zoekt uit de 19de eeuw, kan een heleboel overslaan uit de hele Westeuropese literatuur, mits de Max Havelaar niet. Zo weten wij ook dat de late sensitieve of als u wilt nog impressionistische poëzie bij Gorter een internationaal hoogtepunt heeft bereikt. Wij hebben de wereld wel iets te bieden.“

 

 

 

 

garmtstuiveling
Garmt Stuiveling (21 december 1907 - 11 mei 1985)

 

 

 

 

De Duitse dichter Ludwig Heinrich Christoph Hölty werd geboren op 21 december 1748 in Mariensee bij Hannover. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

 

Frühlingslied

 

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

 

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.

 

 

 

 

Ein goldner Stern hing über euren Wiegen

 

Ein goldner Stern hing über euren Wiegen,
Wenn Gott ein liebend Herz euch gab;
Und geudete Vergnügen auf Vergnügen,
Aus voller Urn‘, auf euch herab!

Ein goldner Stern, wenn ihr das Mädchen findet,
Das euch im Jugendtraum begrüßt;
Wenn Arm um Arm, und Geist um Geist sich windet,
Und taumelnd Seel' in Seele fließt.

Die Liebe streut den May auf Winterfluren,
Streut auf die Wildniß Tanz und Spiel;
Enthüllet uns der Gottheit lichte Spuren,
Giebt uns des Himmels Vorgefühl.

 

 

 

 

 

Hoelty
Ludwig Hölty (21 december 1748 – 1 september 1776)

Beeld in het Hölty-Gymnasium in Celle

 

 

 

 

De Duitse schrijver Philipp Galen (eig. Ernst Philipp Karl Lange) werd geboren op 21 december 1813 in Potsdam. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit: Der Irre von St. James

 

„Nun kam auch Bob auf seinem Ponywallach herangaloppiert und begrüßte uns herzlichst. Er und sein Vater, die sich viel zu erzählen hatten, nahmen die Pferde, und ich ging neben Edward den Hügel hinab.

Das große Gittertor stand offen. Wir schritten hindurch und gelangten an die Haustür, vor der die großen Pappeln standen – ich machte sie leise auf.

»Ach«, flüsterte er, »Ruhe, Fassung! Meine Brust will zerspringen – wenn sie nur da ist – lasst einen Augenblick noch mich erholen.«

Wir blieben stehen, er lehnte sich an den Türpfosten, – ich glaubte, sein Herz klopfen zu hören.

»Wie Gott will!«, sagte er plötzlich und richtete sich hoch auf, »ich habe mich wieder, kommen Sie!«

»Nein!«, erwiderte ich, indem ich meine Hand von der seinigen, mit der er mich gefasst hatte, löste, »gehen Sie allein – ich kann mir das alles denken.«

Wir traten in das Vorzimmer – ich machte die zweite Tür auf – ein helles Licht leuchtete uns aus dem Nebenzimmer entgegen. »Guten Abend, Graham!«, rief ich hinein – schob dann Edward vor und schloss gleich hinter ihm wieder die Tür. Dann lehnte ich mein Ohr daran und horchte.

Alles war still – ich lauschte, – da mit einem Male hörte ich einen Schrei: »Edward!« und dann: »Evelyn, Evelyn!« Und dann war wieder alles still.

Wie lange ich in dieser Stellung verblieb, und was mir während dieser Zeit durch Kopf und Herz ging, ich weiß es nicht mehr.

Endlich wurde die Tür aufgemacht und vor mir stand, eine brennende Kerze in der Hand haltend, die ehrwürdige Gestalt Sir Robert Grahams, das Gesicht mit Tränen übergossen, die Lippen bebend, aber einen strahlenden Glanz in den feuchten Augen, wie ihn das Licht der Kerze, und wären ihrer tausend angezündet, nicht zu geben vermocht hätte. »Kommen Sie!«, sprach er milde, als er mich sah, »kommen Sie, er sagte uns, Sie seien hier!«

Mechanisch folgte ich ihm in Evelyns Zimmer – und hier erblickte ich ein Schauspiel, das mir immer unvergessen bleiben wird.

Auf einem Sessel ohne Lehne saß die nach vorne gebeugte Gestalt Evelyns; zu ihren Füßen, den Kopf auf ihren Schoß gedrückt, lag Edward, gewandet in einen blauen Umhang. Ihre Hände hielten seinen Kopf umschlossen und ihre Lippen waren in seinen braunen Locken verborgen. Daneben aber saß hoch aufgerichtet der riesige Hund, den klugen Kopf halb zur Seite gewandt, und blickte, von Zeit zu Zeit ungeduldig knurrend und mit dem zottigen Schweife den Boden peitschend, mit seinen großen Augen bald Edward, bald Evelyn fragend an.“

 

 

 

 

Philipp_Galen_jung
Philipp Galen (21 december 1813 – 18 februari 1899)

 

Geschreven door Romenu om 20:19 Reageer op dit bericht

Gustave Kahn, Thomas Bracken, Mathurin Régnier, Benjamin Disraeli, Uwe Dick

De Franse dichter en schrijver Gustave Kahn werd geboren in Metz op 21 december 1859. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

 

I Dreamed of a Cruel Lad

 

I Dreamed of a Cruel Lad

torturing a little bird he had,

to feel its flanks palpitate.

 

I dreamed of a world like a mother's breast

with shades of siesta and slow wings fluttering rest,

and alleys of white dreams.

 

I dreamed as of a sister, chaste, serene,

with the only lips of sweetness that have been,

sister and wife she seems.

 

 

 

 

The Dying Lover

 

So long as the child preferred to me such and such a

player of the flute or singer to the zither,

little I cared

that she loved such and such a player of the flute or

scratcher of the zither.

 

By the cross-roads I have fallen struck, struck by the

thrust of a sword.

Whose? player of flute or scratcher of zither?

 

How long the night is to be so slow in dying.

 

 

 

Vertaald door Jethro Bithell

 

 

 

 

 

gustave_kahn
Gustave Kahn (21 december 1859 - 5 september 1936)

 

 

 

 

De Australische dichter en schrijver Thomas Bracken werd geboren op 21 december 1843 in Clones, County Monaghan, Ierland. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

 

Pax Vobiscum 

 

IN a forest, far away,

One small creeklet, day by day,

Murmurs only this sad lay:

‘Peace be with thee, Lilian.’

 

One old box-tree bends his head,

One broad wattle shades her bed,

One lone magpie mourns the dead:

‘Peace be with thee, Lilian.’

 

Echoes come on every breeze,

Sighing through the ancient trees,

Whisp’ring in their melodies:

‘Peace be with thee, Lilian.’

 

Mellow sunbeams, morn and eve,

Quick to come and slow to leave,

Kiss the quilt where daisies weave

Rich designs o’er Lilian.

 

When the dying blossoms cling

To the skirts of parting Spring,

Wattle-boughs and branches fling

Showers of gold o’er Lilian.

 

When the Summer moon mounts high,

Queen of all the speckless sky,

Shafts of silver softly lie

O’er the grave of Lilian.

 

Mystic midnight voices melt

Through each leafy bower and belt,

Round the spot where friends have knelt—

‘Peace be with thee, Lilian.’

 

Far away from town and tower,

Sleeping in a leafy bower,

Withered lies the forest flower—

‘Peace be with thee, Lilian.’

 

There, where passions ne’er intrude,

There, where Nature has imbued

With her sweets the solitude,

Rests the form of Lilian.

 

Dear old forest o’er the sea,

Home of Nature’s euphony,

Pour thy requiem psalmody

O’er the grave of Lilian.

 

Guard that daisy-quilted sod:

Thou hast there no common clod;

Keep her ashes safe; for God

Makes but few like Lilian.

 

Sceptics ask me: ‘Is that clay

In the forest far away

Part of her?’—I only say:

‘Flow’rets breathe out Lilian;

 

‘From her grave their sweets mount high—

Love and beauty never die—

Sun and stars, earth, sea and sky

All partake of Lilian.

 

 

 

 

 

Thomas_Bracken_memorial_Dunedin_Northern_Cemetery
Thomas Bracken (21 december 1843 – 16 februari 1898)

Gedenksteen voor Thomas Bracken op de Northern Cemetery in Dunedin, Nieuw Zeeland.

 

 

 

 

De Franse dichter en satricus Mathurin Régnier werd geboren op 21 december 1573 in Chartres. Zie ook mijn blog van 21 december 2008.

 

 

Satire II (Fragment)

 

...Aussi, lors que l'on voit un homme par la rue
Dont le rabat est sale et la chausse rompue,
Ses grègues aux genoux, au coude son pourpoint,
Qui soit de pauvre mine et qui soit mal en point,
Sans demander son nom on le peut reconnaître ;
Car si ce n'est un poète au moins il le veut être. [...]

Or laissant tout ceci, retourne à nos moutons,
Muse, et sans varier dis-nous quelques sornettes
De tes enfants bâtards, ces tiercelets de poètes,
Qui par les carrefours vont leurs vers grimaçant,
Qui par leurs actions font rire les passants,
Et quand la faim les poind, se prenant sur le vôtre,
Comme les étourneaux ils s'affament l'un l'autre.

Cependant sans souliers, ceinture ni cordon,
L'oeil farouche et troublé, l'esprit à l'abandon,
Vous viennent accoster comme personnes ivres,
Et disent pour bonjour : " Monsieur, je fais des livres,
On les vend au Palais, et les doctes du temps,
A les lire amusés, n'ont autre passe-temps ".
De là, sans vous laisser, importuns, ils vous suivent,
Vous alourdent de vers, d'allégresse vous privent,
Vous parlent de fortune, et qu'il faut acquérir
Du crédit, de l'honneur, avant que de mourir ;
Mais que, pour leur respect, l'ingrat siècle où nous sommes
Au prix de la vertu n'estime point les hommes ;
Que Ronsard, du Bellay, vivants ont eu du bien,
Et que c'est honte au Roy de ne leur donner rien.

 

 

 

 

regnier
Mathurin Régnier (21 decmber 1573 – 22 oktober 1613)

 

 

 

 

De Britse schrijver en politicus Benjamin Disraeli werd geboren op 21 december 1804 in Londen. Zie ook mijn blog van 21 december 2006. en ook mijn blog van 21 december 2008.

 

Uit: Tancred

 

„The week of celebration was over: some few guests remained, near relatives, and not very rich, the Montacutc Mountjoys for example. They came from a considerable distance, and the duke insisted that they should remain until the duchess went to London, an event, by the bye, which was to occur very speedily. Lady Eleanor was rather agreeable, and the duchess ;a little liked her; there were four daughters, to be sure, and not very lively, but they sang in the evening. It was a bright morning, and the duchess, with a heart prophetic of happiness, wished to disburthen it to her son; she meant to propose to him, therefore, to be her companion in her walk, and she had sent to his rooms in vain, and was inquiring after him, when she was informed that "Lord IVIontacute was with his grace." A smile of satisfaction flitted over her face, as she recalled the pleasant cause of the conference that was now taking place between the father and the son. Let us see how it advanced. The duke is in his private library, consisting chiefly of the statutes at large, Hansard, the Annual Register, Parliamentary Reports, and legal treatises on the powers and duties of justices of the peace. A portrait of his mother is oer the mantel-piece:opposite it a huge map of the county. His correspondence on public business with the secretary of state, and the various authorities of the shire, is admirably arranged. For the duke was what is called an excellent man of business, that is to say, methodical, and an adept in all the small arts of routine. These papers were deposited, after having been ticketed with a date and a summary of their contents, and tied with much tape, in a largecabinet, which occupied nearly one side of the room, and on the top of which were busts in marble...“

 

 

 

 

disraeli
Benjamin Disraeli (21 december 1804 – 19 april 1889)

 

 

 

 

Zie voor ondersdtaande schrijver ook mijn blog van 21 december 2008.

 

De Duitse schrijver Uwe Dick werd geboren op 21 december 1942 in Schongau.

Geschreven door Romenu om 20:15 Reageer op dit bericht

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