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Berichten van 21 december 2015 tot 22 december 2015

Astrid Lampe, Margit Schreiner, Hugo Loetscher, Jean Racine, Kenneth Rexroth, E. A. Robinson, Felicitas Hoppe

De Nederlandse dichteres en schrijfster Astrid Lampe werd geboren in Tilburg op 22 december 1955. Zie ook alle tags voor Astrid Lampe op dit blog.

 

In elkaar verward gebladerte

in elkaar verward gebladerte
in een lege studio riemt de man van het heftige handschrift
zijn hond af
toe mijn trots mijn plebejische bruid sla maar kadetjes in

de zorgvuldig uitgekozen brokken barbecuehoutskool
glansden inderdaad als zwarte juwelen
allen grillig
allen anders van vorm

- ik gloei zo en ik hoor de wind…

tengels thuis
laat me su.su

nee raak me nu niet aan
laat me spreken.

 

 

Fremdkörper

drop deze hollandse kaasmeid bij de
bollen verslindende dagjestoerist
dump dit hollands welvaren op klompen
in de gare bus kleefklinkers met
brandende handjes

je bént moeders trots en dat zul je blijven ook, jij, kind met
je kanten kapoets, geappliceerde bumper
hoe ostentatief je je keurig gekapt koppie nu ook van haar
afdraait omdat ze kaas keurt, in geuren en kleuren jouw
godenspijs onder de prikker aanprijst
rok recht een plooi perst

ik spiegelde me éénmaal in de gepoetste ornamenten van je
kanten kapoets en liep de lucht kwijt
parkeerde mijn moeder in een klomp op de apenrots of apetrots
bij de recentst voltooide waterkering, nam van gods spijs en
hield het met een buitenlander tot
elke prijs

 

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Astrid Lampe (Tilburg, 22 december 1955)

 

 

De Oostenrijkse schrijfster Margit Schreiner werd geboren op 22 december 1953 in Linz. Zie ook alle tags voor Margit Schreiner op dit blog.

Uit:Die Tiere von Paris

“Kaum ist das Kind geboren, fangen die Abmachungen an. Er: „Jetzt arbeite erst einmal ich und du kümmerst dich um den Haushalt und das Kind, und dann arbeitest du und ich kümmere mich um den Haushalt und das Kind.“
Als Frau gehst du selbstverständlich darauf ein und denkst dir: Warum nicht? […] Als das halbe Jahr um ist, ist dein Mann zunächst froh, dass er nicht mehr außer Haus arbeiten muss. Aber du bist in der Zwischenzeit zur Fachkraft geworden, was Kind und Haushalt betrifft. Wenn das Kind weint, weißt du sofort, warum […]. Du weißt, dass du jederzeit Karottenbrei und Apfelmus im Haus haben musst, und in der Nacht wachst du bei der leisesten Unruhe des Kindes auf, während dein Mann auch dann noch tief schläft, wenn es sich schon fast die Seele aus dem Leib schreit. Du weißt, was das Kind aufheitert und was es verstimmt, wann du es wickeln musst und wann es müde wird und dass es nach dem Trinken aufstoßen muss. Da wäre es ja dann wirklich recht umständlich, wenn der Mann, der das alles nicht weiß, weil er ja ein halbes Jahr außer Haus gearbeitet hat, nun alles noch einmal von Anfang an lernen müsste.
Und selbst wenn er gewillt wäre: Das Kind ist jetzt auf dich fixiert. Wenn er es hochnimmt, schreit es und streckt die Arme nach dir aus: Mama! Du bist eben die Mutter, sagt der Mann, gibt dir das Kind zurück in den Arm und setzt sich wieder hin zum Zeitunglesen. Das halbe Jahr, das du Zeit haben wirst, dich ausschließlich um deinen Job zu kümmern, kommt nie. Je früher du das begreifst, desto besser für deine Nerven. Denn es wird mit dem Kind ja alles immer komplizierter: Kinderkrankheiten, Weltentdeckungsdrang, Vorlesen, Vorlesen, Vorlesen. Das mit der Einteilung – er: Vormittags ich, nachmittags du – wird auch nicht klappen. Das heißt, es klappt schon irgendwie. Aber eben nur irgendwie. Und das kann deinen Spielraum gewaltig beeinträchtigen.
Zuerst wehrst du dich noch grundsätzlich, du denkst an das vergangene halbe Jahr und sagst: „Warum nicht umgekehrt. Vormittags ich, nachmittags du?“ Aber du wirst bald belehrt werden, dass ein Mann, der bereits einen halben Tag mit Haushalt und Kind verbracht hat, zu nichts mehr imstande ist. Das scheint in den Genen zu liegen.”

 

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Margit Schreiner (Linz, 22 december 1953)

 

 

De Zwitserse schrijver Hugo Loetscher werd geboren op 22 december 1929 in Zürich. Zie ook alle tags voor Hugo Loetscher op dit blog.

Uit: Noah

„Als es sich herumsprach, dass Noah die Arche wegen einer Sintflut baue, waren die Leute im Zweistromland aufgebracht.
Sie fragten sich, wie Noah dazu komme, das Zweistromland ertrinken zu lassen. Sie hatten die Arche für einen Fimmel gehalten. Alle kannten die Grotten von Jegerom, die hatte vor urdenklichen Zeiten irgendeiner, der ein immenses Vermögen besass, ausbauen lassen und war noch vor der Vollendung gestorben. Das war auch eine Art Arche gewesen; wegen der Kanzeln und Treppen ein beliebter Ausflugsort.
Aber die Arche schien mehr als die Marotte eines Mannes zu sein, sie war eine Unverfrorenheit, eine Beleidigung, bezeichnend für die Rücksichtslosigkeit eines reichen Mannes wie Noah, dessen sackgrobe Umgangssprache bekannt war und der seine Bauernmanieren tagtäglich auf dem Bauplatz zur Schau stellte. Ertrinken, hörte man, das könnte Noah passen ; die Gebildeteren sprachen vom feuchten und nassen Grab und davon, den Tod in den Wellen zu finden, die Mehrzahl vom Versaufen, und sie machten einander «Gluck, gluck» vor.
Nun wussten alle, es waren kirchliche Kreise gewesen, die ausgestreut hatten, dass Noah die Arche wegen einer Sintflut baue, und als man genau wissen wollte, was diese Sintflut sei, da waren es wieder kirchliche Kreise, die behaupteten, das hänge mit «Sünde» zusammen und sei eine Flut von Sünden, in der das Zweistromland ersticken werde. diese «Sündflut-Verkünder» wehrten sich viele bezichtigten sie des Seelengeschäftes.“

 

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Hugo Loetscher (22 december 1929 – 18 augustus 2009)

 

 

De Franse dichter en schrijver Jean Racine werd geboren op 22 december 1639 in La Ferté-Milon. Zie ook alle tags voor Jean Racine op dit blog.

 

Sur les vaines occupations des gens du siècle (Fragment)

Quel charme vainqueur du monde
Vers Dieu m’élève aujourd’hui ?
Malheureux l’homme, qui fonde
Sur les hommes son appui.
Leur gloire fuit, et s’efface
En moins de temps que la trace
Du vaisseau qui fend les mers,
Ou de la flèche rapide,
Qui loin de l’oeil qui la guide
Cherche l’oiseau dans les airs.

De la Sagesse immortelle
La voix tonne, et nous instruit,
Enfants des hommes, dit-elle,
De vos soins quel est le fruit ?
Par quelle erreur, Ames vaines,
Du plus pur sang de vos veines
Acceptez-vous si souvent,
Non un pain qui vous repaisse,
Mais une ombre, qui vous laisse
Plus affamés que devant ?

Le pain que je vous propose
Sert aux Anges d’Aliment :
Dieu lui-même le compose
De la fleur de son froment.
C’est ce pain si délectable
Que ne sert point à sa table
Le Monde que vous suivez.
Je l’offre à qui veut me suivre.
Approchez. Voulez-vous vivre ?

 

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Jean Racine (22 december 1639 - Parijs, 21 april 1699)
Portret door Artiste Jean Baptiste Santerre, z.j.

 

 
 

De Amerikaanse dichter Kenneth Rexroth werd geboren in South Bend (Indiana) op 22 december 1905. Zie ook alle tags voor Kenneth Rexroth op dit blog.

 

Airs and Angels: This Night Only

Moonlight now on Malibu
The winter night the few stars
Far away millions of miles
The sea going on and on
Forever around the earth
Far and far as your lips are near
Filled with the same light as your eyes
Darling darling darling
The future is long gone by
And the past will never happen
We have only this
Our one forever
So small so infinite
So brief so vast
Immortal as our hands that touch
Deathless as the firelit wine we drink
Almighty as this single kiss
That has no beginning
That will never
Never
End

 

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Kenneth Rexroth (22 december 1905 – 6 juni 1982)
Hier met zijn dochtertje

 

 

De Amerikaanse dichter Edwin Arlington Robinson werd geboren op 22 december 1869 in Head Tide, Maine. Zie ook alle tags voor E. A. Robinson op dit blog.

 

A Happy Man

When these graven lines you see,
Traveller, do not pity me;
Though I be among the dead,
Let no mournful word be said.

Children that I leave behind,
And their children, all were kind;
Near to them and to my wife,
I was happy all my life.

My three sons I married right,
And their sons I rocked at night;
Death nor sorrow never brought
Cause for one unhappy thought.

Now, and with no need of tears,
Here they leave me, full of years,--
Leave me to my quiet rest
In the region of the blest.

 

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E. A. Robinson (22 december 1869 – 6 april 1935)

 

 

De Duitse schrijfster Felicitas Hoppe werd geboren op 22 december 1960 in Hameln. Zie ook alle tags voor Felicitas Hoppe op dit blog.

Uit: Hoppe

“Die Hamelner Kindheit ist reine Erfindung.
Das Tagebuch des einzigen Vaters seines einzigen Kindes, akribische Auflistung äußerer Ereignisse unter entschiedener Weglassung der inneren, gibt Aufschluss über Arbeitsaufenthalte auf höchst unterschiedlichen Kontinenten. Dass die Tochter (Felicitas) dabei fast zwanzig Jahre lang mit von der Partie war, findet in seinen Aufzeichnungen vor allem dann Erwähnung, wenn es um Ausgaben geht, angefangen bei unnötigen Extras im Reiseproviant (»Nüsse und Schokolade«) über kindgerechte Reiselektüre (»Schiffsbibliotheken sind ein Desaster!«) und die Erfüllung »vollkommen überflüssiger Wünsche« während zu kurzer Landgänge (»Wozu plötzlich ein Fernrohr?«) bis hin zu der Last, nach der Ankunft in wechselnden Wohnungen und Häusern ein Kinderzimmer einzurichten. (»Hausaufgaben kann sie auch am Küchentisch erledigen.«) »Man will hier eine Art Schulgeld«, notiert missmutig der Agent in Übersee oder: »Felicitas braucht einen Ranzen. Optische Täuschung. Schließlich hat sie einen Rucksack, in den praktisch alles hineinpasst.«
Und er fährt fort: »Heute Abend wieder einweinendes Kind. Lästig. Felicitas verweigert den Schulbesuch, man verspottet sie, sagt sie, wegen des Rucksacks. Kinderklage. Ein Lederranzen kommt gar nicht in Frage.« Es folgen Auflistungen alltäglicher Ausgaben für Kleidungsstücke: »Gott sei Dank wächst sie langsam, der Mantel, an den Ärmeln ausgelassen, hält durchaus noch einen zweiten Winter."

 

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Felicitas Hoppe (Hameln, 22 december 1960)
 

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 22e december ook mijn blog van 22 december 2013 deel 1 en eveneens deel 2.

Geschreven door Romenu om 18:44 Reageer op dit bericht

Ted van Lieshout, Rolf Lappert, Thomas Hürlimann, Heinrich Böll, Ivan Blatný, Garmt Stuiveling, Ludwig Hölty

De Nederlandse dichter en schrijver Ted van Lieshout werd geboren op 21 december 1955 in Eindhoven. Zie ook alle tags voor Ted van Lieshout op dit blog.

Uit: Gebr.

“... er is nog zo veel dat ik je moet vertellen. Om te beginnen dit: ik heb tegen je gelogen. Het was niet omdat ik de waarheid niet kon zeggen, maar omdat ik het niet wilde. Want als ik je de waarheid vertel, zit ik met een probleem. Ik wou je dagboek redden zodat je gedachten bewaard blijven, maar in je dagboek staat een geheim dat je van mij gestolen hebt en het is belangrijk dat mijn geheimen geheim blijven. Dat is volgens mij niet mogelijk als dit dagboek blijft bestaan en iedereen het kan lezen. Toch wil ik, nu het nog kan, niet meer tegen je liegen. Ik wil dat je de waarheid weet, ook al betekent dat waarschijnlijk dat ik je dagboek dan moet laten verbranden. Dan is deze reddingsactie mislukt.’
(…)

‘Toen kreeg ik een mal idee, nou ja, niet eens zo gek als je bedenkt dat het carnaval is en buiten iedereen zich heeft verkleed. Ik heb besloten om mijn eigen carnaval te vieren. Ik kleedde me uit en trok jouw kleren aan: je versleten spijkerbroek omdat je daaraan nog het best kunt zien dat de jongen die erin zat eruit is, en je blauwe trui met de gaten waar je ellebogen hebben gezeten. Je zou denken dat broertjes die maar dertien maanden schelen in elkaars kleren passen. Wij niet. Toen je dertien was, schoot je als een bamboespruit de hoogte in, terwijl ik maar niet wilde groeien. Nu ben ik zestien en jij bent veertien gebleven, en nog steeds hangen je ellebogen en je knieën me te laag. Ik moet de pijpen van je broek wel twee keer omslaan voor mijn voeten te voorschijn komen. De knoop krijg ik makkelijk dicht, maar de rits niet omhoog omdat ik, “met jouw lichaam aan”, een veel te dikke kont heb (of een te grote piemel, dat kan ook). Het trekt ook bij mijn schouders en bovenbenen. Je knelt, Maus. Is dat niet heerlijk? Ik houd je aan. Deze carnaval ga ik verkleed als mijn broertje.’

 

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Ted van Lieshout (Eindhoven, 21 december 1955)

 

 

De Zwitserse schrijver Rolf Lappert werd geboren op 21 december 1958 in Zürich. Zie ook alle tags voor Rolf Lappert op dit blog.

Uit:Über den Winter

„Seit dem Abend hatte sich das Meer wieder beruhigt. Die Stille war ein unablässiges Innehalten, ein scheinbar endloses Warten. Es gab kein Haus in der Nähe, kein Licht weit und breit, keine lebende, einer Sprache mächtige Seele. Zum nächsten Ort, einer Ansammlung verlassener Hotels, Läden und Imbissbuden, fuhr man Stunden auf der von Sand bedeckten Straße. Trockene Wärme erfüllte die Luft, herübergetragen aus Afrika, das als Ahnung hinter dem Horizont lag. Das Uhrwerk der Insektenbeine, das Fächern der Palmblätter, das Bellen verwilderter Hunde: die Geräusche einer Nacht ohne Menschen. Über allem spannte sich der Himmel, eine tiefschwarze See, aus der Sterne emporstiegen und als eisiges Glitzern auf die Erde herabsanken. Die Welt drehte sich in ihrer eigenen schweren Dunkelheit, Kontinente trieben voneinander weg.
Lennard Salm lag auf dem Rücken im Gras. Wenn er den Atem anhielt, hörte er das leise Rollen der Wellen. Er öffnete die Augen und betrachtete eine Weile das Sternengewirr. Vielleicht war es zehn, dachte er, vielleicht auch schon Mitternacht. Seine Uhr hatte er vor Wochen beim Kartenspiel verloren. Falter stießen gegen den Schirm der Petroleumlampe, deren kümmerlicher Schein den Innenhof kaum erhellte. Wegen des Unwetters hatte er die letzten drei Tage untätig vertrödelt. Jetzt war er müde vom Nichtstun und der Anstrengung, diesem Zustand ein Glücksgefühl abzuringen. Seit Ausbruch des Sturms trank er den Wein nicht mehr, mit dem der Keller, ein Bunker unter dem Küchenboden, gefüllt war. Auch nüchtern blieb der Eindruck, eine Art Ende erreicht zu haben, einen Punkt, an dem es keinen wirklichen Grund zum Bleiben mehr gab und schon gar keine Rechtfertigung für seine Lethargie, die, so redete er sich ein, in einem direkten Zusammenhang mit dem Verlust seiner Uhr stand.
Er setzte sich auf und schlüpfte in die Plastiklatschen, die er kurz nach seiner Ankunft am Strand gefunden hatte, eine rote, brettharte von der Dicke eines Steaks und eine gelbe, dünn wie ein Stück filetierten Fischs, vom Meerwasser spröde geworden. Dann ging er ins Badezimmer und wusch sich die Hände und das Gesicht mit Wasser, das lauwarm war und nach den modrigen Wänden des Betontanks roch, aus dem es gepumpt wurde. Er drehte den Hahn zu und betrachtete sich im Spiegel, hielt eine Weile seinem Blick stand, der fest war, nur leicht getrübt von einem Schleier vagen Zweifels an etwas, das er nicht benennen konnte. Seine Haut war kaum brauner geworden, nur trockener unter dem struppigen Bart, der seinem Gesicht nichts verlieh außer einer gleichgültig hingenommenen Verwahrlosung.“

 

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Rolf Lappert (Zürich, 21 december 1958)

 

 

De Zwitserse schrijver Thomas Hürlimann werd geboren op 21 december 1950 in Zug. Zie ook alle tags voor Thomas Hürlimann op dit blog.

Uit: Der Filialleiter

“Als der Filialleiter des Supermarktes auf dem Fernsehschirm seine Frau erblickte, erschrak er zu Tode. Nein, er täuschte sich nicht – das erste Programm zeigte Maria-Lisa, seine eigene Frau. Im schicken Blauen sass sie in einer grösseren Runde, und gerade jetzt, da der Filialleiter seinen Schock überwunden glaubte, wurde Maria-Lisa von der Moderatorin gefragt, was sie für ihren Ehemann empfinde.
«Nichts», sagte Maria-Lisa.
«Maria-Lisa!», entfuhr es dem Filialleiter, und mit zittriger Hand suchte er den Unterarm seiner Frau. Wie jeden Abend sassen sie nebeneinander vor dem Fernseher, und beide hatten ihre Füsse in rote Plastikeimerchen gestellt, in ein lauwarmes Kamillenbad – das stundenlange Stehen im Supermarkt machte ihnen zu schaffen.
Die Bildschirm-Maria-Lisa lächelte. Dann erklärte sie, über den Hass, ehrlich gesagt, sei sie schon hinaus.
Der Filialleiter hielt immer noch Maria-Lisas Arm. Er schnaufte, krallte seine Finger in ihr Fleisch und stierte in den Kasten. Hier, fand er, war sie flacher als im Leben. Sie hatte ihr Was-darfs-denn-sein-Gesicht aufgesetzt und bemerkte leise, aber dezidiert: «Mein Willy ekelt mich an.»
Und das in Grossaufnahme!
Nun sprach eine blonde Schönheit über die Gefahren der Affektverkümmerung und der Filialleiter, dem es endlich gelang, die Augen vom Apparat zu lösen, versuchte seine Umgebung unauffällig zu überprüfen. Jedes Ding war an seinem Platz. In der Ecke stand der Gummibaum, an der Wand tickte die Kuckucksuhr, und neben ihm sass die Frau, mit der er verheiratet war. Kein Spuk – Wirklichkeit! Maria-Lisa war auf dem Bildschirm, und gleichzeitig griff sie zur Thermosflasche, um in die beiden Plastikeimer heisses Wasser nachzugiessen.“

 

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Thomas Hürlimann (Zug, 21 december 1950)
 

 

 

De Duitse schrijver Heinrich Böll werd geboren op 21 december 1917 in Keulen. Zie ook alle tags voor Heinrich Böll op dit blog.

Uit: Haus ohne Hüter 

„Meistens aber hörte er Glum noch im Zimmer darüber: den schweren ruhigen Schritt, oder Albert, der im Zimmer nebenan bei der Arbeit leise pfiff, und oft kam Bolda noch spät die Treppe herunter, um sich unten in der Küche etwas zu brutzeln: schlurfende Schritte, zaghaft angeknipstes Licht, und doch begegnete sie meistens der Großmutter, und deren dunkle Stimme sagte dann in der Diele: »Na, du gierige Schlunze, machst dir mitten in der Nacht noch was zurecht — brätst du, fummelst du, kochst du dir noch irgendeinen Dreck?« Dann lachte Bolda mit ihrer schrillen Stimme: »Ja, du verfressenes Aas, ich hab' noch Hunger, magst du was mit?« — Wieder schrilles Lachen bei Bolda und ein dumpfes, viel Ekel ausdrückendes Bäh der Großmutter. Oft auch tuschelten die beiden nur, und er hörte nur hin und wieder ein Lachen: grell von Bolda, dunkel von der Großmutter. —
Glum aber, der oben auf und ab ging, las in seinen merkwürdigen Büchern: >Dogmatik< und >Moraltheologie<. punkt="" zehn="" l="" schte="" er="" das="" licht="" ging="" ins="" badezimmer="" oben="" wusch="" sich="" em="">— Rauschen des Wassers und der Puff, wenn die Stichflamme die vielen Flämmchen des Gasboilers entzündete, dann kehrte Glum in sein Zimmer zurück, löschte das Licht und kniete im Dunkeln vor seinem Bett nieder, um zu beten. Er hörte genau, wenn Glum die schweren Knie auf den Boden setzte, und wenn es in den anderen Räumen still war, hörte er ihn oben murmeln: lange murmelte Glum dort oben im Dunkeln. Und wenn Glum dann aufstand und die Stahlfedern der Matratze quietschten, dann war es genau halb elf. Alle im Hause außer Glum und Albert waren unregelmäßig in ihren Gewohnheiten:
Bolda konnte noch nach Mitternacht herunterkommen, um sich in der Küche Schlaftee zu kochen, Hopfenblätter, die sie in einer braunen Papiertüte bereithielt; und die Großmutter ging manchmal noch nachts, wenn die Uhr schon lange eins geschlagen hatte, in die Küche, machte sich einen ganzen Teller voller Fleischbrote und ging mit einer Flasche Rotwein unter dem Arm in ihr Zimmer zurück.“

 

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Heinrich Böll (21 december 1917 – 16 juli 1985)

 

 

De Tsjechische dichter Ivan Blatný werd geboren op 21 december 1919 in Brno. Zie ook alle tags voor Ivan Blatnýop dit blog. Zie ook alle tags voor Ivan Blatný op dit blog.

 

Brno Elegies

2
The plain spreads out form you when you’ve gone by
the cemetery wall where greensward glistens.
Beat on it desperately and in reply
a startled bird flies off into the distance.

And startled through the sky he loops and pegs,
who danced on graves and sang the dead his jokes.
Regret draws tighter, tighter, till it chokes.
You watch his flight, lead clipped onto his leg.

You watch his flight, how he lightly wheels,
a wound upon the sky that slowly heals
above the meadows, cradled by a beck.
That silver furrow… groove… that thread… a speck.

 

Vertaald door Justin Quinn

 

Charity

Hearken, the rivers won't be frozen this winter
or nearly any other winter for that matter
this is a milde climate
Don't uproot the begonias leave them in
the gardens of the Gulf Stream
sweet like a nun's concerne for the world
sweet like a warble of a Bonni's warbler.

 

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Ivan Blatný (21 december 1919 – 5 augustus 1990)

 

 

De Nederlandse dichter en literator Garmt Stuiveling werd geboren in Stroobos op 21 december 1907. Zie ook alle tags voor Garmt Stuiveling op dit blog.

Uit: Op zoek naar Louis Couperus

“Hoe meer men van Couperus kent, hoe moeilijker het valt hem te situeren. Dat geldt van alle groten, in feite zelfs van alle kleineren. Niemand heeft genoeg aan een etiket. Maar voor een eerste verantwoorde typering kan men bij velen toch volstaan met een persoonlijke variant van een algemene term. Heel de groepering in stromingen en tijdvakken berust op de veronderstelling van die mogelijkheid. Begrippen als renaissance, barok en romantiek hebben geen andere inhoud dan de gemeenschappelijke kenmerken bij verschillende kunstenaars en zelfs kunsten. Couperus evenwel dwingt tot zóveel variatie en voorbehoud, dat het begrip zelf erdoor verdwijnt. Hij is niet alleen anders dan anderen, hij is telkens een ander. Het heeft de eigentijdse critici gehinderd en verward. Hij paste niet in hun schema's, zijn beweeglijkheid stoorde hun Hollandse zin voor orde. Nauwelijks had men hem keurig beoordeeld en veilig ondergebracht, of met een volgend boek ontsnapte hij hun systeem. Terzij van de velen die bleven wat zij waren en deden wat verwacht werd, verraste hij met telkens nieuwe mogelijkheden, een tovenaar voor de een, een goochelaar voor de ander.
Zoals het de critici verging bij zijn leven, vergaat het na zijn dood nog ieder die zijn werk leest in de orde van ontstaan, eerste voorwaarde voor het begrip van iemands ontplooiing. Van traditionele historiserende gedichten moet men overschakelen naar modern psychologisch proza. Van somber fatalisme naar tedere idylle en glanzende extase. Van de echte Haagse aristocratie naar een gefingeerd Zuidoosteuropees vorstenhof. Van symbolische sprookjes naar een paar realistische romans, op Java en in Italië. Van het verwelkende Den Haag uit het fin de siècle naar het antieke Rome van de knaap-keizer Heliogabalus. En nauwelijks terug in Den Haag, bij de ‘oude mensen’, neemt Couperus ons opnieuw mee in ruimte en tijd: naar Egypte, naar Griekenland, naar Spanje, naar Perzië."

 

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Garmt Stuiveling (21 december 1907 - 11 mei 1985)
Hier met H. A. Gomperts (rechts) 

 

 

De Duitse dichter Ludwig Heinrich Christoph Hölty werd geboren op 21 december 1748 in Mariensee bij Hannover. Zie ook alle tags voor Ludwig Hölty op dit blog.

 

Die Knabenzeit

Wie glücklich, wem das Knabenkleid
Noch um die Schultern fliegt,
Wem lächelnde Zufriedenheit
Den jungen Busen wiegt.

Der Kräusel, und das Steckenpferd,
Auf dem er herrisch sitzt,
Das hölzerne Husarenschwert
Belustigen ihn itzt.

Den Ball, des Knaben Busenfreund,
Der durch die Lüfte rollt,
Sobald der Blumenmond erscheint,
Vertauscht' er nicht um Gold.

Nie mahlt der Harm, die Pest der Welt,
Sein blühendes Gesicht,
Als wenn sein Ball ins Waßer fällt,
Als wenn sein Schwert zerbricht.

Er hüpfet oft, vom Schweiße naß,
Den halben Sommertag,
Im Garten, durch das bunte Graß,
Den Schmetterlingen nach.

So spielt er, bis das Mittagsbrodt
Ihn in die Stube winkt,
Und tändelt, bis das Abendroth
Durch Silberwolken blinkt.

Vergnügen hüpft um ihm herum,
Wenn Morpheus Mohn verstreut,
Er tanzet in Elisium,
Beglückte Knabenzeit!

 

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Ludwig Hölty (21 december 1748 – 1 september 1776)
Hölty woonde 1765 – 1768 in dit huis in Celle 

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 21e december ook mijn blog van 21 december 2014 deel 2 en eveneens deel 3.



Geschreven door Romenu om 18:49 Reageer op dit bericht

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