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Berichten van 2 juni 2025 tot 3 juni 2025

Monika Maron, Ralf Thenior

De Duitse schrijfster Monika Maron werd geboren op 3 juni 1941 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Monika Maron op dit blog.

Uit: Krähengekrächz

„Es ist schon länger her, dass ich in der Zeitung gelesen habe, Krähen könnten menschliche Gesichter erkennen. Später las ich, dass sie sich selbst im Spiegel erkennen und einen roten Fleck, den man ihnen aufs Gefieder geklebt hatte, als Fremdkörper identifizieren können und obendrein entfernen, und zwar an sich selbst, ohne auch nur den irrigen Versuch zu unternehmen, das Spiegelbild zu säubern.
Noch später las ich, dass sie Nüsse auf die Fahrbahn legen, um sie von Autos knacken zu lassen. Außerdem habe ich selbst beobachtet, wie mein Hund nach einigen Versuchen, die Krähen, von denen es in unseren Straßen unzählige gibt, aufzuscheuchen, als wären sie schreckhafte Spatzenschwärme, von ihnen so demütigend gefoppt wurde, dass er seitdem ihre Nähe respektvoll ignoriert, auch wenn eine von ihnen dicht vor ihm herumhüpft. Er weiß, dass sie, würde er losspringen, auf den kleinen Zaun vom Spielplatz fliegen würde und von da, versuchte er, ihr zu folgen, auf den unteren Ast der Kastanie und ihm dann, während er, um wenigstens einen kleinen Sieg zu erringen, den Stamm der Kastanie anpinkelt, mit höhnischem Krächzen scharf über den Kopf fliegen würde.
Aber erst als ich las, dass die Krähen den Menschen seit Anbeginn begleiten, dass sie seine ersten Schritte im aufrechten Gang gesehen, seine ersten artikulierten Laute gehört haben, alle seine Kriege erlebt und von seinen Leichenfeldern gelebt haben,
dass sie Toten- und Galgenvögel genannt wurden, weil sie überall auftauchten, wo die Menschen ihre Opfer hinterlassen hatten, erst als ich mir das vorstellte, begannen sich die Krähen aus meiner Straße in mein nächstes Buch zu drängen.
Natürlich hätte ich mich auch für die Krähen interessieren können, ohne gleich ihren literarischen Nutzen zu bedenken. Aber aus Gründen, die genau zu benennen mir fast unmöglich ist, komme ich beim Nachdenken über die Menschen ohne die Tiere nicht mehr aus. Vielleicht liegt es am Alter, am allmählichen Verfall und dem nahenden Sterben, das mich das Tier im Menschen so deutlich erkennen lässt. Mein kindlicher Blick hat die Tiere vermenschlicht, unser Hund war mein Bruder, mein Freund. Dass auch ich ein Tier bin, kam mir damals nicht in den Sinn, aber vielleicht habe ich es ja empfunden. Inzwischen sehe ich den Menschen als Sonderfall der großen Tierfamilie und kann mich nicht einmal entscheiden, ob die menschliche Besonderheit eher ein Glück oder ein Unglück ist.“

 

 


Monika Maron (Berlijn, 3 juni 1941)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Ralf Thenior werd geboren op 4 juni 1945 in Bad Kudowa. Zie ook alle tags voor Ralf Thenior op dit blog.

 

 

Alma

Een sneeuwwitte hond
als een sneeuwvlok waait hij
over het stoppelveld hupt
als een vlinder door de lucht
rent als een circuspaard
doet alsof hij remt
en springt met een hinde-achtige sprong
jubelend (zo lijkt het) over de strostapels
nog één en nog één
vol elegantie en levenslust
Morgen zullen ze het stro
tot balen persen overmorgen
glinsteren zwarte kluiten
in het zonlicht

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 


Ralf Thenior (Bad Kudowa, 4 juni 1945)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 3e juni ook mijn blog van 3 juni 2021 en ook mijn blog van 3 juni 2019 en eveneens mijn blog van 3 juni 2018 deel 2.

Geschreven door Romenu om 16:33 1 reactie Reageer op dit bericht

Eckhart Nickel, Ralf Thenior

De Duitse schrijver en journalist Eckhart Nickel werd geboren op 2 juni 1966 in Frankfurt am Main. Zie ook alle tags voor Eckhart Nickel op dit blog.

Uit: Punk

„Gespenstische Stille erfüllte den Saal, niemand traute sich, auch nur einen Finger zu rühren. Irgendwann aber begann wie bei einem dieser modernen Stücke, wenn das Publikum sich nicht ganz sicher ist, ob der letzte gewaltige Ton auch wirklich den Schluss der Partitur bedeutet, jemand weit hinten zaghaft zu klatschen. Der Applaus entwickelte sich erst zögerlich, wuchs aber bald zu einem immer stärker anschwellenden Tosen, das, wie ich eingetrübt durch meine Tränen sehen konnte, selbst unsere Klavierlehrerin nicht unbewegt zu lassen schien. Obwohl ihre Lider immer noch ruhten, begann sie langsam und beständig zu nicken. Wahrscheinlich aus Angst davor, was nach dem Klatschen kommen würde, hörte das Publikum lange nicht auf. Keiner wollte der Letzte sein, und so ging es immer wieder
von vorne los, nur in ständig schwächer werdenden Wellen, bis es wirklich vorbei war. Madame Frambois6e erhob sich und ging getragenen Schrittes zum Pult mit Mikrofon, das auf ihrer Seite der Bühne stand. Sie richtete den Blick nach oben über die Menge hinweg, als könnten in einer derartig kompromittierenden Situation nur noch die Götter selbst als adäquate Ansprechpartner dienen. Ihre Stimme zitterte, der französisch eingefärbte Tonfall, der sonst eher streng klang wie die französisch eingefärbte Tonfall, der sonst eher streng klang wie die Betonung eines höfischen Rituals, wirkte nun trotz des sarkastischen Tons fast schon zerbrechlich: »Wir bleiben mit unserem nächsten Kandidaten nach Mozart, von dem man, wie sie ja sehen und hören durften, nie genug bekommen kann, direkt beim Thema: Erik ist nicht nur der Vorname des Schülers, nein, auch des Komponisten, den er uns vorstellt mit seinen Vexations, zu Deutsch in etwa Quälereien, ein Werk, dessen Motiv der endlosen Wiederholung und Variation schönste Erinnerungen an meine eigenen Klavierstunden weckt und als absolutes Meisterwerk, ja als Vorreiter der seriellen Musik gilt. Viel Vergnügen mit Satie!« Sie schaute fahrig in die Menge, als ob sie Ihren Schüler mitten im grellen Gegenlicht entdecken könnte. Ich fragte mich, ob sie schon vor dem Konzert zu trinken angefangen hatte.
Nach jeder Stunde geriet ich mit Kirsten tierisch aneinander, weil wir uns nie einig werden konnten, was sich hinter dem speziellen Odeur von Madame Framboisee verbarg. War es ein exklusives Eau de Parfum aus Paris, das sich einfach nur sehr unglücklich mischte mit ihrem Make-up, dessen Puder nach Moschus und Vanille duftete, dem kokoslastigen Haaröl ihrer Dauerwellen-Mähne und der Schweißbildung unter den Kunstfaser-Ärmeln ihrer schreibunten Blumenblusen, mit denen sie ihre Leibesfülle so elegant kaschierte?“

 

 


Eckhart Nickel (Frankfurt am Main, 2 juni 1966)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Ralf Thenior werd geboren op 4 juni 1945 in Bad Kudowa. Zie ook alle tags voor Ralf Thenior op dit blog.

 

 

Oude man in het winterpark

Onder zijn muts de hemel,
in zijn milt een vlucht meeuwen,
dun ijs in zijn broekzakken.
en schimmel in zijn rechterschoen,

Een winterig licht in zijn kniegewricht,
Dat luchtig de leegte draagt,
Hij staat daar recht als een pijnboom,
spoedig tot planken verzaagd.

 

Vertaald door Tsead Bruinja

 

 


Ralf Thenior (Bad Kudowa, 4 juni 1945)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 2e juni ook mijn blog van 2 juni 2021 en ook mijn blog van 2 juni 2019 en ook mijn blog van 2 juni 2018 deel 2.

Geschreven door Romenu om 16:47 Reageer op dit bericht

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