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Berichten van 6 augustus 2026 tot 7 augustus 2026

Robert Seethaler, Philip Larkin

De Oostenrijkse schrijver en acteur Robert Seethaler werd geboren op 7 augustus 1966 in Wenen. Zie ook alle tags voor Robert Seethaler op dit blog.

Uit: Die Straße

„Der Junge spannt das Gummiband. Sein Oberkörper ragt zur Hälfte aus der Luke, er trägt ein hellblaues Pyjamahemd, seine Haare hängen ihm wirr und feucht in die Stirn. Er kneift ein Auge zu und schiebt seine kleine rosige Zunge zwischen die Zähne. Weit unten knallt ein Fenster zu und die Tauben auf dem Dachfirst schrecken auf, Geflatter im gelben Morgen-licht. Rote runde Augen, dürre Beine, spitze Krallen, violetter, moosgrüner, schwarzer Schimmer. Panisch ziehen sie hoch, ehe sie sich fallen lassen und in die Straße abtauchen. Für Sekunden sind die staubigen Flügelschläge zu hören, dann ist es wieder still. Das Licht der aufgehenden Sonne lässt die Fenster in den oberen Stockwerken aufleuchten, blitzt in der Flügelspitze eines Flugzeuges, lässt Rauchschwaden erglühen, die aus den Schornsteinen steigen und vom Wind niedergedrückt in Schlieren und Spiralen über Dächer und Mansarden kriechen, ehe sie in die Re-genrinnen sinken und sich auflösen. Der Junge blinzelt. Er lässt die Schleuder sinken, wischt sich mit dem Handrücken eine Strähne aus der Stirn und starrt auf die Stelle, wo eben noch die aneinander-geschmiegten Körper der schlafenden Tauben waren.
Carl sagt, wir sind über hundert, aber was weiß der schon. Letzte Woche haben sie ihm den Bauch aus-geräumt. Eine Niere und den größten Teil vom Darm. So etwas steckt keiner einfach so weg. Ich weiß genau, wie viele wir sind, weil ich mit der Küche rede. Auf Schwestern und Pfleger ist kein Verlass, die müssen nicht wirtschaften. In der Küche wird mit spitzem Stift gerechnet, bei den Preisen für Kaffee und Gemüse zählt jede Portion. Gestern waren wir noch siebenneunzig, und heute ist Greta Bläulein gestorben. Sie haben sie rausgetragen und das Na-mensschild von der Tür geschraubt, flüsternd wie Diebe in der Nacht.
In diesem Jahr gibt es mehr Tote. Keine Ahnung, warum. Vielleicht hat es mit dem Wetter zu tun. Die Alten beklagen sich, dass die Fenster undicht sind, dabei weiß doch jeder, dass unter perfekt abgedichteten Fenstern der Schimmel blüht. Heute Nacht ist es ruhig. Manchmal spricht einer im Schlaf, aber wenn hier im Schwesternzimmer das Radio läuft, ist selbst das Husten kaum zu hören. Am liebsten ist mir die Zeit zwischen drei und vier. In den Gängen ist es dunkel und still, nur über der Nummer 14 leuchtet das Notlicht. Frau Szevkovic meint, sie könne nur schlafen, wenn sie weiß, dass das Lämpchen brennt. Mir ist es recht. Da liegen sie in ihren Betten und treiben dahin wie in kleinen Booten, jeder für sich ganz allein auf dem tiefen, schwarzen Meer aus Benzodiazepinen.“

 

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Robert Seethaler (Wenen, 7 augustus 1966)

 

 

De Engelse dichter Philip Larkin werd op 9 augustus 1922 geboren in Coventry. Zie ook alle tags voor Philip Larkin op dit blog.

 

 

Water

Als ik erbij geroepen werd
om een religie op te zetten
zou ik daar water voor gebruiken.

Om bij de kerk te komen
zou men door water moeten waden
naar droge, nieuwe kleren.

Mijn liturgie zou beelden
van onderdompeling bevatten,
een woest en vroom doordrenken,

en ik zou in het oosten
een glaasje water heffen
waar licht uit alle hoeken
tesaam zou komen, eindeloos.

 

 

Vertaald door Jan Eijkelboom

 

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Philip Larkin (9 augustus 1922 – 2 december 1985)
Philip Larkin en zijn partner Monica Jones

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 7e augustus ook mijn blog van 7 augustus 2019 en eveneens mijn blog van 7 augustus 2017 en ook mijn blog van 7 augustus 2011 deel 1 en ook deel 2.




Geschreven door Romenu om 16:42 Reageer op dit bericht

Kjell Westö, Philip Larkin

De Finse schrijver Kjell Westö werd geboren op 6 augustus 1961 in Helsinki. Zie ook alle tags voor Kjell Westö op dit blog.

Uit: Dämmerung (Vertaald door Kristina Maidt-Zinke)

 „Der Zug rollte langsam aus dem Bahnhof von Helsingfors, um zwanzig Minuten vor Mitternacht an einem bitterkalten Donnerstag im Januar. Der Krieg dauerte schon fünfzig Tage, und Molly Timm beugte sich vor, in der Hoffnung, etwas zu sehen; Menschen, die zum Abschied lächelten, winkende Hände, einen Lichtstreifen, was auch immer. Aber der Bahnsteig war verdunkelt, wie die ganze Stadt ringsum, und alles, was sie sah, war ihr Gesicht, das sich im Fenster spiegelte, bleich und mit Augen, die ihr so sorgenvoll entgegenschauten, dass Molly sich zusammennehmen musste, um nicht wegzusehen. Sie verzog den Mund, machte ihre Augen schmal und gab dem Spiegelbild einen neuen, anderen Blick. Einen fragenden und amüsiert ironischen Ausdruck, geradezu spöttisch. Und dann fügte sie noch ein kleines bisschen Mystik hinzu, etwas Geheimnisvolles und Verletzliches. In den guten Jahren hatten die Regisseure der Filmgesellschaften und die Werbeleute vom »Timm-Blick« gesprochen, der jeden Widerstand dahinschmelzen ließ und Männer und Frauen gleichermaßen verhexte. Doch jetzt war das Gesicht nackt und ängstlich, so als würde es um mehr Puder und Schminke betteln, und als Ihr Gegenpart war es furchterregend und kannte sie in- und auswendig. Jedes Mal, wenn sie ihr Mienenspiel veränderte, zahlte es ihr die dunkle Doppelgängerin hinter dem Glas mit gleicher Münze zurück. Aber Molly gab nicht auf. Zuerst warf sie einen verstohlenen Blick über ihre Schulter ins Abteil; da saß Asta Heikel mit geschlossenen Augen, den Mantel bis zum Hals zugeknöpft, und schien zu schlafen. Molly lehnte sich wieder vor, so nahe ans Fenster, dass ihre Lippen die eisige Scheibe berührten.
Als sie die Worte flüsterte, beschlug das Glas, aber sie konnte sehen, wie die Lippen der Doppelgängerin sich bewegten: Ich. Bin. Molly. Timm. I. Am. Undeniably. Mole. Timm. Wieder begegnete sie dem Blick im Spiegel, er war müde und hart geworden. Dann wiederholte sie die Worte auf Schwedisch und auf Englisch. Das machte sie manchmal, dass sie sich diesen einen Satz immer und immer wieder vorsagte. Denn es gab so viele, die nicht so hießen, wie sie behaupteten. Und die nicht waren, was sie zu sein vorgaben.“

 

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Kjell Westö (Helsinki, 6 augustus 1961)

 

 

De Engelse dichter Philip Larkin werd op 9 augustus 1922 geboren in Coventry. Zie ook alle tags voor Philip Larkin op dit blog.

 

 

Laat ons zingen

Ze naaien je op, je pa en moe,
al willen ze daar niet zo heen.
Ze stoppen je hun fouten toe,
doen er wat bij, voor jou alleen.

Maar zelf zijn ze ook opgenaaid
door dwazen met antieke hoeden.
Streng hebben die hun kroost gepaaid
of waren onderling aan ’t woeden.

De mens geeft zijn ellende door,
een modderbank die langzaam stijgt.
Ga er zo gauw je kunt vandoor,
zorg dat je zelf geen kinderen krijgt.

 

 

Vertaald door Jan Eijkelboom

 

 

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Philip Larkin (9 augustus 1922 – 2 december 1985)
Philip Larkin en zijn partner Monica Jones

 

 

Onafhankelijk van geboortedata

De Amerikaanse dichteres Annette Wynne werd geboren in Brooklyn, New York, in 1889. Na haar afstuderen begon Wynne te werken als lerares in Alaska. Ze woonde en werkte ook als redactrice voor een tijdschrift in de jaren 1910 in Portland, Oregon. Rond 1920 keerde ze terug naar Brooklyn, waar ze trouwde met collega-leraar Benjamin Steigman. In 1919 werd Wynnes debuutbundel met kindergedichten, “For Days and Days: A year-round treasury of child verse”, gepubliceerd, gevolgd door “Treasure Things” in 1922. Ze overleed in 1952 in Westchester County, New York In 1924 verscheen “The Trip thru Fairyland: Great Onyx Cave. Edwards, 1924. In 1932 volgde “All through the Year: Three hundred and sixty-five new poems for holidays and every day”.

 

Why was June made?

Why was June made?
Can you guess?
June was made for happiness!
Even the trees
Know this, and the breeze
That loves to play
Outside all day,
And never is too bold or rough,
Like March’s wind, but just a tiny blow’s enough;
And all the fields know
This is so—
June was not made for wind and stress,
June was made for happiness;
Little happy daisy faces
Show it in the meadow places,
And they call out when I pass,
“Stay and play here in the grass.”
June was made for happy things,
Boats and flowers, stars and wings,
Not for wind and stress,
June was made for happiness.

 

 

A letter is a gypsy elf

A letter is a gypsy elf
It goes where I would go myself;
East or West or North, it goes,
Or South past pretty bungalows,
Over mountain, over hill,
Any place it must and will,
It finds good friends that live so far
You cannot travel where they are.

 


Annette Wynne (1889 – 1952)

Cover (Geen portret beschikbaar)

 

Zie voor de schrijvers van de 6e augustus ook mijn blog van 6 augustus 2020 en eveneens mijn blog van 6 augustus 2019 en ook mijn blog van 6 augustus 2017 en mijn blog van 6 augustus 2016 en ook mijn blog van 6 augustus 2015 en ook mijn blog van 6 augustus 2011 deel 1 en eveneens deel 2 en ook deel 3.

Geschreven door Romenu om 00:00 Reageer op dit bericht

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