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Berichten van 27 december 2018 tot 28 december 2018

Liu Xiaobo, Burkhard Spinnen, Engelbert Obernosterer, Shen Congwen, Conrad Busken Huet, Manuel Puig, Hildegard Knef, Guy Debord, Antoine Bodar

De Chinese dichter en mensenrechtenactivist Liu Xiaobo werd geboren in Changchun op 28 december 1955. Liu Xiaobo overleed op 13 juli van dit jaar op 61-jarige leeftijd. Zie ook alle tags voor Liu Xiaobo op dit blog.

 

Fifteen Years of Darkness (Fragment)

Among the hunger-strike tents on the Monument
I gathered with the students and local residents
continuous gunshots rang out
bullets struck the Monument
sparks sprayed off the marble
I released an eye-flooding flash
broke an automatic rifle in half
though I can’t break open the silence of the dark night

Facing an unpredictable fate
I stare dumbly into the darkness
unable to discern if the starlight abyss
is hell or paradise

15 years have passed
unexpected bloodshed has suffocated me
unexpected prisons have hardened me
I’ve become a thick stone
yield to the lashings of political terrors
expression hardened, frozen
always unchanged

From the massacre’s bloodshed to harsh surveillance
the horrors of that night
have yet to move half-a-pace away
After the house-raid then handcuffs
after handcuffs then prison
after prison then the police sentry at my building’s gate
A personal shadow
interrogates our houseguests
Phones tapped
mail vetted
all forms of communication cut off
Let me turn into a blind-and-deaf man
in the dark dark night
to resist the silence

Walls of a cell may confine the body
but no cell walls can restrain the soul

15 years have passed
a murderer’s regime
forces one to desperation
A nation that tolerates a murderous regime and forgets the killed
forces one to deeper desperation
A survivor of the massacre powerless to demand justice for the victims
forces one to the deepest desperation
But in such desperation
remembering the departed spirits
is the only hope left

Let the darkness transform into rock
across the wilderness of my memory

 

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Liu Xiaobo (28 december 1955 – 13 juli 2017)

 

 

De Duitse schrijver Burkhard Spinnen werd geboren op 28 december 1956 in Mönchengladbach. Zie ook alle tags voor Burkhard Spinnen op dit blog.

Uit: Zacharias Katz

„Bastogne, Militärlazarett, 15-1-1945

C ind Sie bereit, Brady? Funktioniert Ihr Apparat? Ent-schuldigen Sie, wenn ich das sage: Dcr sieht wirklich abenteuerlich aus. He, Sie schreiben ja schon! Dann will ich mal anfangen. Also, mein Name ist Zachary Katz. Oder Zach Katz, für meine Freunde und Leser. Eigentlich sollte ich besser sagen: Ich bin Zach Katz. Das Wörtchen bin unterstrichen. Warum der Unterschied? Nun, Zach Katz steht zwar hier an meinem Krankenbett, und in den letzten dreißig Jahren hat mich niemand anders genannt; doch Zach Katz ist im Grunde kein Name. Eher eine Marke. Und zwar eine gute. Eine Marke, der man vertraut. Brady, ich weiß, man soll sich nicht loben. Aber schauen Sie mich an: Vielleicht darf ein Mann in meinem Zustand eine Ausnahme machen? Gut. Dann zitiere ich jetzt aus dem Kopf: »Von einer Repor-tage, die mit Zach Katz gezeichnet ist, kann man erwarten, dass sie die Fakten so exakt wie möglich meldet und die Vor-gänge anschaulich schildert, ohne dabei in Gefühlen und Stimmungen steckenzubleiben wie ein Sherman-Panzer im Schlamm.• Nicht schlecht, oder? Das hat mein Herausgeber geschrieben, als ich den Preis für meine Berichte über London und Guadalcanal bekam. Und weiter, nur einen Satz noch: »Die Reportagen von Zach Katz verschleiern nicht Unkenntnis mit Phrasen, sie bauschen nicht Lappalien zu welthistori-schen Ereignissen auf, und sie verwechseln nicht Analyse mit Parteilichkeit.• Ach ja, und wenn ich das noch sagen darf, das ist mir näm-lich wichtig: Dreißig Jahre lang hat Zach Katz mit keiner Zeile behauptet, der Krieg sei eine hehre Aufgabe für edle junge Männer. Oder es sei ruhmreich und süß, fürs Vaterland zu sterben. Kein Gedanke! Krieg ist schrecklich, Krieg ist die Hölle. Und niemand, der meine Artikel liest, wird jemals etwas anderes von mir hören. Aber Krieg existiert. Nicht wahr, Corporal Brady? Ich weiß es, und Sie wissen es auch. Offenbar sind wir noch nicht so weit, dass wir ohne Waffen auskommen könnten. Vielleicht irgendwann demnächst, wenn man die Toten ge-zählt hat. Oder wir werden einmal so von Waffen starren, dass niemand mehr einen Krieg anfängt, weil er weiß, er wird ihn nicht überleben. Mag sein. Doch bis zu diesem schönen Tage wird es Kriege geben; und also muss es auch Leute geben, die darüber berichten, ehrlich und offen, damit jeder entscheiden kann, wo er steht: bei den Falken oder bei den Tauben. Bei denen, die sagen: Auge um Auge, oder bei denen, die noch die andere Wange hinhalten. Und ehrlich zu berich-ten, das ist mein Job. Dafür bürgt seit dreißig Jahren der Name Zach Katz. Das bin also ich. Und jetzt müssten Sie sich vorstellen, Brady! Keine Sorge, ich mache das für Sie. Corporal Brady ist momentan meine rechte Hand. Und meine linke leider auch. Und zwar im wörtlichsten Sinne.“

 

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Burkhard Spinnen (Mönchengladbach, 28 december 1956)
Cover

 

 

De Oostenrijkse schrijver Engelbert Obernosterer werd geboren op 28 december 1936 in St. Lorenzen im Lesachtal, Kärnten. Zie ook alle tags voor Engelbert Obernosterer op dit blog.

Uit: Der senkrechte Kilometer

„Die Bauern wissen am Regen vorerst nichts auszusetzen, es sei denn, dass das Schlechtwetter anhält und dadurch in die Nähe der gefürchteten Herbstgüsse gelangt, die das Erdreich aufweichen, so dass es als Mure zu Tale rutscht und dabei Wege und Bäche verschüttet. Noch steht der Regen dem Fruchtbringenden gleich nahe wie der möglichen Katastrophe. Ob das an- und abschwellende Triefen aus dem grau verhangenen Himmel segensreich oder verheerend genannt werden muss, liegt nicht in den derzeit fallenden Tropfen begründet, sondern in den nächsten hinter den Bergen herauf ziehenden Wolkenfrachten.
Und die Sonne, wenn sie ungeachtet des Geredes von Fluten, Erdrutsch und Strafe Gottes nach Tagen zwischen den Wolkenwülsten auftauchen sollte, was ist sie eigentlich: eine Finte, um die ohnehin Eingeschüchterten noch weiter in Täuschungen zu verstricken? Muss man ihren Schein als bloße Scheinbarkeit ansehen und sich hüten, sich ihrer Wärme hinzugeben, oder bedeutet ihr Durchdringen doch den Sieg des Lichtes über die Mächte der Finsternis? Hinter den Wolkenbänken harrt sie der nächsten Tage, um von ihnen zu erfahren, ob sie ein echter Grund zur Freude ist oder nur die Unerfahrenen zu falschen Hoffnungen verleitet mit ihrem Schein, den sie hingaukelt über das Sein der vorhandenen Begriffe.
Die ältesten der Eingesessenen, kaum unterscheidbar ob Greise oder Greisinnen, wissen zu erzählen, dass es nicht selten in ihrem wechselreichen Dasein Strecken ohne jede Art von Witterung gegeben habe. Am ehesten lasse sich der Zustand beschreiben als unscheinbar, unentschieden oder eine merkwürdige Art von Grau. Die auf das Wetter angewiesenen Bauern hätten sogleich den Pfarrer zu einer Bittprozession gedrängt…
Den Berichten der Dorfältesten lauschend, erkennt man, dass, sobald der Herbst an Leuchtkraft verliert, bis zum Fallen des ersten Schnees keinerlei Witterung über den abgeernteten Kartoffelfeldern anzutreffen ist. Man nennt es behelfsweise Übergangswetter, was da bläulich bis milchig jenseits des Baches aufscheint und durch keinerlei Bewegung und Entwicklung den Wetterkundigen Anhaltspunkte liefert. Selbst ein Unwetter lässt sich leichter ertragen als diese Teilnahmslosigkeit gegenüber den klaren Vorstellungen, denn gegen Unwetter hat man sich zu schützen gelernt, nicht aber gegen derlei Ausfälle. Hinzu kommt, dass sich über Wetterlosigkeit so schwer reden lässt. Die Wolken sind in solchen Fällen nämlich nicht mehr Wolken, nicht genau grau und nicht eindeutig Massen. So wettert man denn mit bloßen Worten im luftleeren Raum.“

 

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Engelbert Obernosterer (St. Lorenzen, 28 december 1936)

 

 

De Chinese schrijver Shen Congwen werd geboren op 28 december 1902 in Fenghuang in de provincie Hunan. Zie ook alle tags voor Shen Congwen op dit blog.

Uit:Family Letters (Vertaald door Alice Xin Liu)

“Change is awaited, without speaking up or protesting. Literature — when it comes to newspapers on the stalls — it's extremely rare to see a discussion on how to improve the current standards. The foreign literature they introduce, scraps of poetry for example, is not so good either. I don't know the cause of this. Is it because editors' attention doesn't fall on this, and they're not very objective, or is it something else? The few theoretical magazines here are read by only a few, and they look somewhat new. On the other hand, picture storybooks look oily and ratty from too many fingers. Most of the patients in this hospital are intellectuals, brainworkers. Are their brains so tired that they only want to read picture books to waste away their time? Or are the many lives here untouched by new literature? I share in the worries of Tolstoy's character Levin. Straight after eating dinner they go into the leisure room and already there are many mahjongg players seated there. A few female teachers and middle-school instructors are already smoothly playing the mahjongg tiles, their spirits high. They're so passionate when they play that they take me back to a society thirty or forty years ago. It's hard not to be sad. Because this makes me feel that there are still a good number of people in society who will use these outdated methods to have fun and find happiness. Or perhaps many people are happy to use this method to waste away the limited moments of their lives, and finding in books the happiness of truth is not a passion even of an "intellectual." This is another problem that should be mentioned somewhat in literature. Or discussed as a terrible thing! None of us should be overly pedantic, because society is accustomed to these developments. Especially since some books can't give most people more happiness than playing mahjongg does, so no matter how many books we have, it is still meaningless.”

 

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Shen Congwen (28 december 1902 – 10 mei 1988)

 

 

De Nederlandse schrijver Conrad Busken Huet werd geboren op 28 december 1826 in Den Haag, als zoon van een ambtenaar. Zie ook alle tags voor Conrad Busken Huet op dit blog.

Uit: Het land van Rembrandt

“Dante is, wat zijn blik op de bijbel betreft, de tijdgenoten gedeeltelijk voor. Zijn dichterlijk instinct waarschuwt hem dat de dichterlijke boeken van het Oude Testament niet uit het Hebreeuws in het Latijn of in een andere taal kunnen overgzet worden, zonder daarbij zeer te verliezen. Die opmerking was toen nog door niemand gemaakt. Doch voor het overige gaat ook hij zeer willekeurig met de bijbel om; schuift blindelings het Oude Testament tussen het Nieuwe; verzint diepzinnigheden; allegoriseert; behandelt de leerstukken alsof het verhalen, de verhalen alsof het feiten waren; houdt in al het voornaamste zich aan de in zijn tijd gangbare mystieke verklaring.
Wie gevoelt echter niet dat dit spelen van de feodale tijd met de bijbel in een bijbelkennis wortelde die ook daarna, gedurende een reeks van eeuwen, van beslissende invloed op de algemene zienswijze der Europeanen geweest is?
Een Aziaat, die in onze dagen de geschiedenis van Europa wilde bestuderen in Europa's letteren, Europa's kunst, Europa's begrippen van goed en kwaad, Europa's voorstellingen omtrent het bovenzinnelijke, zou voor alles zich een grondige kennis moeten eigen maken, eerstens van het Oude en het Nieuwe Testament zelf, daarna van de betekeins welke door de Europese christenen in verschillende tijden aan die gewijde boeken gehecht is. Zij geven de sleutel tot een groot aantal van onze denkbeelden, verklaren al hetgeen er niet enkel menselijks of nationaals in onze wijs van gevoelen is; zijn als een doorlopende kanttekening bij de vormen van onze verbeelding.
De ontkenning zelf van het bijbelse, die meer en meer tot de gangbare begrippen der Europeanen is gaan behoren, bevestigt de algemeenheid van deze heerschappij. Hetgeen wij de vrije gedachte noemen is voor de ene helft iets positiefs, voor de andere iets betrekkelijks. Met vrij te denken bedoelen wij: anders te denken dan onze voorouders die hun denkvormen naar de bijbel regelden, of dan diegenen van onze tijdgenoten welke bij de bijbelse voorstellingen van een vroeger geslacht voortgaan vrede te vinden.”

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Conrad Busken Huet (28 december 1826 – 1 mei 1886)
Den Haag: de Spuipoort: 1e helft 19e eeuw

 

 

De Argentijnse schrijver Manuel Puig werd geboren op 28 december 1932 in General Villegas. Zie ook alle tags voor Manuel Puig op dit blog.

Uit: The Kiss of the Spider Woman (Scenario van Leonard Schrader)

“MOLINA
If you're going to crack jokes about a film that I happen to be fond of, there's no reason
to go on.
VALENTIN
All right, all right. Go ahead.
MOLINA
Suddenly -- we're in Paris!
Troops are marching right underneath the Arc de Triomphe. Really handsome soldiers, and the French girls are applauding as they pass by...
Then -- we're on this typical Parisian back-street, dead-end sort of looking up a hill.
CUT TO:
EXT. NEIGHBORHOOD STREET - NIGHT (NAZI MOVIE)
The walls are covered with Star of David grafitti.
VOICE OF MOLINA
... And these really weird-looking Frenchmen, not the typical ones with the berets -- are unloading a truck, it's wartime, of course, and the boxes contain contraband delicacies. Like
canned meat, the best cheeses..
CUT TO:
INT. CELL - NIGHT
MOLINA
Peaches in syrup --
OICE OF VALENTIN
Don't talk about food."

 

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Manuel Puig (28 december 1932 – 22 juli 1990)

 

 

De Duitse actrice, schrijfster en zangeres Hildegard Knef werd geboren in Ulm op 28 december 1925.Zie ook alle tags voor Hildegard Knef op dit blog.

Uit: Der geschenkte Gaul

„Schwierig wurde unser Leben, wenn Großmutter für jeweils zwei bis drei Tage in der Woche in unser Paradies kam. Ich durfte nicht mehr halbnackt herumrasen und wurde in Wolle gesteckt, Karl sollte sein Netzhemd nicht »öffentlich« tragen, Äpfel wurden als wurmfördernd verschrien, meine Ziege durfte ich nachts nicht mehr an mein Bett binden, und mein Lieblingskarnickel mußte in seinem Verschlag ein anständiges Karnickeldasein führen, das ganze sommerliche Leben wurde organisiert und weiblich ordentlich. Der erste rasende Jähzornanfall meines Großvaters fand unfehlbar zehn bis fünfzehn Minuten nach der scheu-herzlichen Begrüßung statt, er zog sich anschließend brummend und vor sich hin redend auf seine hinteren Kohlbeete zurück, um wenig später braungebrannt und zufrieden auf dem Sofa zu sitzen, Omas Kaffee zu trinken und ihr von meinen unglaublich geniegleichen Äußerungen zu berichten — das war die schönste Stunde für mich, wir beteten uns gegenseitig an, über die uns trennenden sechzig Jahre hinweg. Ob ich nur ungeschickt oder bösartig war, wird keiner mehr ergründen, jedenfalls fiel immer etwas herunter, was zerbrechlich war, und damit war jedem aufkommenden Verständnis meiner Großeltern füreinander ein jähes Ende gesetzt. Sonntags kam meine Mutter. Sie mußte arbeiten, sie war damals Sekretärin bei Siemens — mein Vater war sechs Monate nach meiner Geburt gestorben, und ich fand es bedeutend, eine Halbwaise genannt zu werden —, sie kam, und ich tat jedesmal so, als ob ich sie nicht erkannte, machte einen höflichen Knicks und sagte: »Guten Tag, Tante.« Meine Großmutter fing sofort an zu weinen und schnüffelte etwas von unnatürlichem Leben für ein Kind in dem Alter, meine Mutter hatte Tränen in den Augen, nahm mich auf den Arm und rügte meine Großmutter wegen der wollenen Kleidung, die ich bei der glühenden Hitze trug, zwischen der nunmehr beginnenden Auseinandersetzung bekam ich mein Sonntagsgeschenk von meiner Mutter und hörte meinen Großvater etwas von blöder Gefühlsduselei sagen. Montags fuhren Mutter und Großmutter nach Berlin zurück, und nach herzzerreißendem Abschied und langem Winken blinzelten Großvater und ich uns zu wie zwei Verschwörer, die ihrer illegalen Arbeit nun wieder ungestört nachgehen dürfen. Montags durfte ich ganz nackt im Garten laufen, bekam die Äpfel nachgeliefert, die ich während der Besuchszeit verpaßt hatte, und mußte mich meist bereits vor dem Mittagessen übergeben.“

 

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Hildegard Knef (28 december 1925 – 1 februari 2002)

 

 

De Franse schrijver, filmmaker en kunstenaar Guy Ernest Debord werd op geboren 28 december 1931 in Parijs. Zie ook alle tags voor Guy Debord op dit blog.

Uit: Society of the Spectacle (Vertaald door Donald Nicholson­Smith)

“13
The spectacle is essentially tautological, for the simple reason that its means and its ends are identical. It is the sun that never sets on the empire of modem passivity. It covers the entire globe,
basking in the perpetual warmth of its own glory.

14
The spectacular character of modem industrial society has nothing fortuitous or superficial about it; on the contrary, this society is based on the spectacle in the most fundamental way. For the spectacle, as the perfect image of the ruling economic order, ends are nothing and development is all - - although the only thing into which the spectacle plans to develop is itself.

15
As the indispensable packaging for things produced as they are now produced, as a general gloss on the rationality of the system, and as the advanced economic sector directly responsible for the manufacture of an ever-growing mass of image-objects, the spectacle is the chief product of present-day society.

16
The spectacle subjects living human beings to its will to the extent that the economy has brought them under its sway. For the spectacle is simply the economic realm developing for itself -- at once a faithful mirror held up to the production of things and a distorting objectification of the producers.”

 

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Guy Debord (28 december 1931 – 30 november 1994)
Poster voor een lezing

 

 

De Nederlandse rooms-katholiek priester, kunsthistoricus, schrijver en columnist Antoine Bodar werd geboren in ‘s-Hertogenbosch op 28 december 1944. Zie ook alle tags voor Antoine Bodar op dit blog.

Uit: Correspondentie

“Vertroosting aan Johan Polak
Zeer vereerde Doctor,

Spengleriaans zou ik de rede willen noemen die u op 8 januari jongstleden hebt uitgesproken als dankwoord na verlening van het doctoraat honoris causa. U hebt de ondergang van het avondland aangekondigd, niet bezworen. U hebt de ondergang gepredikt, maar uw toehoorders niet bemoedigd. Alsof niet Venus eertijds uit het reddeloos brandende Troje Aeneas en de zijnen had weggezonden, opdat een nieuw Troje zou worden gesticht.

Ipsa Trojanos nepotes in Latinos transtulit,
Romuleas ipsa fecit cum Sabinis nuptias.
(Zelve heeft zij haar Trojaanse nakroost binnen Latium geplant, deed zij de Sabijnsen huwen met het volk van Romulus.)

Is het slotaccoord van het Pervigilium veneris zo treurig, zo pessimistisch als u voorgeeft, of weemoedig, melancholisch? Men kan nog zo opgaan in het liefdesspel, ook daaraan, als aan alles, komt een einde. Zoals van zo velen, geboren onder Saturnus, gaat uw hart in het zwart gekleed. Maar toont u niet de eigen zwakheid in het wachten op de barbaren die vandaag nog moeten komen? Sta mij een poging toe u te troosten.
Herinnert u u nog, hoe Boethius zich in de gevangenis beklaagt jegens de Philosophie? Is dit nu de bibliotheek die u als veilige burcht in mijn huis had gekozen, waar u met mij placht te spreken over de kennis van het menselijke en het goddelijke, vraagt hij haar. Daarop antwoordt de Philosophie: Ik zoek niet zozeer een bibliotheek, waarvan de wanden versierd zijn met ivoor en glas, maar het vertrek in uw geest, waarin ik geen boeken heb opgeslagen maar hetgeen boeken van waarde doet zijn - de meningen die eens in mijn boeken zijn opgetekend.”

 

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Antoine Bodar (‘s-Hertogenbosch, 28 december 1944)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 28e december ook mijn blog van 28 december 2016 en ook mijn blog van 28 december 2015 en eveneens mijn blog van 28 december 2014 deel 2.

Geschreven door Romenu om 17:54 Reageer op dit bericht

In Memoriam Amos Oz

In Memoriam Amos Oz

 

De Israëlische schrijver Amos Oz is op 79-jarige leeftijd overleden. Amos Oz, (eig. Amos Klausner) werd geboren in Jeruzalem op 4 mei 1939. Zie ook alle tags voor Amos Oz op dit blog.

Uit: Judas (Vertaald door Hilde Pach)

“Atalja Abarbanel legde hem duidelijk zijn verplichtingen en de regels van het huis uit. Ze liet hem de ijzeren wenteltrap zien die van de keuken naar zijn zolderkamer leidde. Staande, onder aan die wenteltrap, instrueerde ze Sjmoeël over zijn werk en de gang van zaken in de keuken en bij de was, haar hand rustte met gespreide vingers op haar heup, terwijl de andere hand even over zijn trui fladderde, om van zijn mouw een strootje of een dor blaadje te plukken dat in de wol was blijven steken. Ze koos haar woorden nauwkeurig, zakelijk, maar toch met een stem die hem deed denken aan een warme, donkere kamer:
‘Kijk, het zit zo. Wald is een nachtdier: hij slaapt altijd tot de middag, omdat hij ’s nachts wakker is en wakker blijft tot in de vroege ochtenduren. Elke avond van vijf tot tien of elf ga jij bij hem zitten om samen een gesprek te voeren in de boekenkamer. En daaruit bestaat zo’n beetje je hele functie. Iedere dag om halfvijf ga je erheen om petroleum bij te vullen en de kachel aan te steken. Je geeft de goudvissen in het aquarium te eten. Je hoeft niet speciaal je best te doen om gespreksonderwerpen te verzinnen; hij zal er wel voor zorgen dat jullie meer dan genoeg gespreksstof hebben. Al zul je er snel genoeg achter komen dat hij tot de mensen behoort die vooral praten omdat ze geen moment van stilte kunnen verdragen. En wees vooral niet bang om met hem in discussie te gaan, integendeel, hij leeft juist helemaal op als je het niet met hem eens bent. Als een oude hond die het nog steeds fijn vindt dat er af en toe een vreemde komt om hem een reden te geven zich boos te maken en te blaffen, heel soms zelfs om een beetje te bijten. Al is het alleen maar om te spelen. Daarbij kunnen jullie allebei zoveel thee drinken als je maar wilt: kijk, hier staat de waterketel en hier het theeconcentraat en de suiker en hier een koektrommel. Elke avond om zeven uur warm je in de keuken de pap op die altijd op het elektrische verwarmingsplaatje op je staat te wachten, bedekt met aluminiumfolie, en zet je die voor hem neer. Meestal werkt hij zijn maaltijd snel en met smaak naar binnen, maar ook als hij er maar een beetje van proeft of helemaal weigert te eten, dring je niet aan. Vraag hem alleen aan het eind of je het blad al kunt meenemen en zet dan alles zoals het is op de keukentafel. Naar de wc kan hij zich op eigen kracht voortbewegen, op krukken. Om tien uur moet je hem er altijd aan herinneren dat hij zijn medicijnen inneemt. En om elf uur, of zelfs iets voor elven, laat je een volle thermosfles met warme thee voor hem achter op het bureau, en dan ben je vrij om te gaan. Nadat je afscheid van hem hebt genomen, ga je nog even naar de keuken en wast het bord en de beker af en zet je alles in het afdruiprek boven de gootsteen. ’s Nachts leest en schrijft hij meestal, maar bijna altijd verscheurt hij ’s ochtends alles wat hij ’s nachts geschreven heeft.”

 

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Amos Oz (4 mei 1939 – 28 december 2018)

Geschreven door Romenu om 17:27 Reageer op dit bericht

Bernard Wesseling, Édouard Nabe, Wendy Coakley-Thompson, Louis de Bourbon, Mariella Mehr, Markus Werner, Malin Schwerdtfeger, Louis Bromfield, Carl Zuckmayer

De Nederlandse dichter en schrijver Bernard Wesseling werd geboren in Amsterdam op 27 december 1978. Zie ook alle tags voor Bernard Wesseling op dit blog.

Uit: Gezelschapsjongen

“Ik betrapte haar op de uitvaart. Na veel vijven en zessen was ik toch gekomen. `Om de grond aan te stampen,' had ik tegen de taxichauffeur, een prater, gezegd. Bij een rotonde aan de rand van de stad was ik uitgestapt. Begonnen de laan uit te wandelen die leidde naar de begraafplaats. Veel te laat, maar zonder haast. Toen viel zij me op, onder een van de platanen stond ze, ertegenaan gedrukt, omgeven door schaduw. Ze was bezig door de split van haar jurk een geblindeerd been omhoog te brengen en krabde haar enkel door de panty. Ik geef toe, het gebaar dreigde even mijn medelijden te wekken.
De parasiet had schoonheid. Net als de rest van haar soort, zei ik bij mezelf. Nee, van een cultus was ze — de cultus van de huisvredebreuk. Vrouwen met onheilige dagboeken die bij het openslaan in vlammen zouden uitbarsten. Monddood, maar springlevend in testamenten. Achter de valse sluier die ze droeg, wist ik nu zeker dat haar mondhoek ironie spelde.
Ik had de drang om haar aanwezigheid vast te leggen als bewijslast. Wettelijk gezien was ze niet in overtreding. Een chantagemiddel dan misschien of beter: aan de digitale schandpaal met haar. Ik verborg me achter een heg vol kwetterende mussen. Fouilleerde mezelf, vond mijn telefoon, maakte een kijkgat tussen de bladeren. Sloot het scherm over haar persoon, als een net. Terwijl verderop de stoet zo'n beetje richting aula begon uit te waaieren (waartussen ook mijn moeder, geflankeerd door twee dragers), duwde ze zich van de boombast af. Geboren op hakken, liep ze zonder moeite over het grind. Wat evenmin verboden was: haar nu te schaduwen, te kijken waar ze ons heen zou leiden. Daarom besloot ik mezelf van andere verplichtingen te ontslaan. Dat was nog niet eerder vertoond. Ik was vooral braaf geweest. Na de middelbare school had ik kunstgeschiedenis gedaan, was afgestudeerd op oosterse kalligrafie, ik verzin het niet (mijn verwekker, de Grote Etymoloog, had zich nog laten ontvallen of ik niet liever wat `waardevaste kennis' wilde opdoen), en voor ik er erg in had stond ik voor een collegezaal. Jongste docent van de universiteit. Van mijn eenendertigste tot mijn zesendertigste — voorbij in een vloek en een zucht.
Volgens de statuten was het lente. Ik smoorde in een zwart overhemd, de stropdas had ik in mijn zak gestoken. Ik bleef haar met gemak bij, verkoos het hoogpolige gras, verschanste me om de andere boom, al schuurden de broekspijpen van mijn pantalon bij het kruis zodat ik een bijna fluitend geluid voortbracht, en gedwongen was zo'n twintig meter afstand te houden. Ik volgde haar de laan uit, terwijl ze de zindering in liep aan het eind van de weg. Even stonden we stil nog — zij als alert wild, dat ergens van ophoort — alsof we overwogen toch een scène te maken, onze motieven onderzochten, ons verbeten en de kloof tussen doen en laten groeide, of om te luisteren naar een verdacht geluid, naar het koningsdrama van mijn ademhaling, waarna we verder liepen, merkbaar sneller.
Na laan, rotonde en twee straten met huizenrijen ontglipte ze me door een banketbakker binnen te stappen.”

 

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Bernard Wesseling (Amsterdam, 27 december 1978)

 

 

De Franse dichter, schrijver, schilder en musicus Marc-Édouard Nabe (eig. Alain Zannini) werd geboren in Marseille op 27 december 1958. Zie ook alle tags voor Marc-Edouard Nabe op dit blog.

Uit:Morceaux choisis

« Je n’en suis pas, mais j’y étais ! À la grande parade des tantes, à la sarabande des goudous, à la bamboula des pédales ! Plus aucun mot n’est péjoratif, aujourd’hui c’est « homosexuel » qui blesse les sensibilités. Quand votre femme vous fait la gueule, rien de tel qu’un bon bain d’homosexualité ! Dès Jussieu, je me suis laissé pénétrer par la longue chenille bavante et bariolée. C’est fou ce qu’un hétéro ne passe pas inaperçu. Les gays ont bien compris la différence. Eux, ils aiment les femmes, moi j’en ai besoin…
Les chars, ce sont de lourds camions turbo 2300. Chacun fait la pub d’une discothèque ou d’un bar homo. Par dizaines dessus, ils se trémoussent tous sous une techno de tous les diables. D’ailleurs, en voici un : Mephisto antillais, torse nu, aux ailes rouges, avec une fourche et de petites cornes, il fait lascif : il se croit en enfer. L’enfer, c’est pas ça. La Gay Pride ? C’est la boîte de nuit en plein jour. Boum ! Boum ! Boum ! Danser, c’est parfait pour ne pas penser.
Non, p. 239 – 24/06/96
…………………..

Balancer un à un les numéros de son Journal d’un écrivain n’a pas empêché Dostoïevski d’écrire Les Frères Karamazov ! Il s’agit de dire non pas ce qu’on a à dire (tout le monde s’en fout), mais ce qu’il fallait dire. Devant chaque événement, il n’y a pas trente-six choses à dire comme essaie de vous le faire croire le journalisme pluraliste, il n’y en a qu’une, et toutes les formes sont à la disposition de celui qui veut bien s’en charger.
Non, p. 247 – 02/97 »

 

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Marc-Édouard Nabe (Marseille, 27 december 1958)

 

 

De Amerikaanse schrijfster Wendy Coakley-Thompson werd geboren op 27 december 1966 in Brooklyn, New York. Zie ook alle tags voor Wendy Coakley-Thompson op dit blog.

Uit: What You Won’t Do for Love

“He sighed. “Chaney, I’m tired, and my head hurts,” he said. “I don’t have time for the sugar coating. I like you. We have a lot in common. Even my dad likes you. But this age thing with you is like pushing a rock up a hill.”
“So, I’m the one with the problem… again.”
He shrugged. “Well, yeah.”
This was too much. She had to get away, think this through like the level-headed older woman that she was. “I’ve said my piece,” she announced. “I’m going home.”
He threw up his hands. “Wha…?”
She headed towards the stairs like a caged bird. “I’m going home.”
He was behind her like a shot. “Wait!” he commanded.
She turned around to face him, her face practically in his chest. “What?!”
He took her hand in his. She looked down and saw the cuts and bruises on his knuckles. “Wait,” he pleaded.
She looked up into that face was mere inches from hers. Her heart squeezed in her chest. He wrapped his arms around her and held her close. A contented sigh rumbled from his chest to hers. He felt so good, so hard, so close. Slowly, she relaxed into him, opening the fists she’d made and pressing her hands against his broad back. Let it go, girl…”

 

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Wendy Coakley-Thompson (New York, 27 december 1966)

 

 

De Nederlandse dichter en schrijver Louis de Bourbon werd geboren in Renkum op 27 december 1908. Zie ook alle tags voor Louis de Bourbon op dit blog.

Uit: Twaalf maal Azië (De man met den hoed)

“Tijd van groote ontroeringen, de jeugd! Waar ging ik heen en waar kwam ik vandaan, met dien trein, waarin ik hem voor het eerst ontmoette?
Ik had een week gelogeerd in het noorden des lands, bij een vriend, op een vorstelijk buiten met gazons en een vijver en bosschen. In die gastvrije woning had ik de eerste schuchtere en onschuldige jeugdliefde beleefd, die mijn gansche wezen vervulde. Mijn hart zong en mijn hart weende, in één rythme met het treurige zingen der wielen. Ik keerde terug naar de kostschool, die in mijn herinnering ligt als een oase, de groote, koele, grazige vlakte, omgeven door de gevaarlijke bergen van het leven, die ik spoedig beklimmen zou. Drie maanden scheidden mij van het groote examen, dat de drempel zou zijn naar een nieuw leven, waarnaar ik verlangde en waarvoor ik vreesde. Met den weemoed om het afscheid van mijn vriend en zijn zuster vermengde zich reeds de weemoed om het afscheid van mijn jeugd, van dat tehuis der groote en vrome ontroeringen. Van deze gevoelens vervuld zat ik in den hoek van mijn coupé en staarde droefgeestig naar de wegglijdende landschappen. Dan nam ik uit mijn binnenzak het boekje met moeilijke Latijnsche woorden, waarvan ik mij te pas en te onpas bediende. Altijd en overal droeg ik het bij mij. Zelfs tijdens de wekelijksche oefeningen, die ik bijwoonde als vrijwilliger bij den Kaderlandstorm lag het geborgen in mijn broodzak! En als ik de wacht had betrokken in de hoofdweerstandsstrook en mijn posten had uitgezet of als de ransels waren afgehangen en rust langs den weg werd gehouden, als ik wachtte op mijn beurt bij het schijfschieten, dan kwam het onoogelijke grijze boekje te voorschijn, en begon ik de reeksen opnieuw te lezen, voor de tiende, twintigste, honderdste maal. Al lang kende ik al de woorden van buiten, maar het gaf mij een zedelijke kracht, het verhoogde mijn zelfvertrouwen, het was mij een troost en een voldoening van eerzucht in dien schuchteren tastenden tijd, dat het jongen-zijn verleden en het man-zijn nog toekomst is, het telkens weer vast te stellen, dat niet één enkel woordje mijn geheugen ontgleden was.
Aan het vijfde rijtje was ik bezig, toen hij binnentrad. En opeens was het leven in de coupé veranderd. Het oudere heertje, dat tot dan toe had zitten sluimeren in de lentezon, het meisje, opgesmukt en frivool, dat verdiept was geweest in een goedkoop romannetje, de oudere dame, die recht voor zich uit staarde en naar niemand keek, ikzelf, wij allen schoten in een andere houding. Het was of wij uit een droom werden opgewekt, waarin wij, ieder voor zich, waren gedompeld geweest, om nu, onder zijn leiding, een gemeenschappelijk leven te beginnen, alsof een gemeenzaam doel, een gemeenzame geestdrift ons bezielden. Zijn binnenkomen was als een alarm, als een verkwikkende zeewind, als een meesleepend volkslied, opwindend en verleidelijk. Hij was een berg. Een demi-saison hing los en breed om zijn geweldige lichaam en wij allen keken recht omhoog, toen hij daar eensklaps tusschen ons stond, midden in de coupé, het hoofd boven het bagagenet uit.”

 

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Louis de Bourbon (27 december 1908 – 8 januari 1975)
Illustratie uit “Twaalf maal Azië”

 

 

De Zwitserse dichteres en schrijfster Mariella Mehr werd geboren op 27 december 1947 in Zürich. Zie ook alle tags voor Mariella Mehr op dit blog.

Uit: Widerworte

„Das war es doch immer. Die Suche nach einem verlorenen Land. Die Liebe. Diese verschissene Jugend, immer ausgenützt, verraten, bestochen, verloren. Lügen, Sadismus, das hämische Lachen der Stärkeren. Liebe, unnützer Zeitvertreib, schlecht genug, Heimkinder zu ernähren. Tagsüber war man hart, zerstümmelte in massloser Wut das wenig Menschliche. Nachts dann, wie Embryos zusammengerollt, in fremden Tüchern vollzog sich eine andere Welt. Schlafsäle, alles Embryosüchtige in den Betten. Blaues Nachtlicht (Auge des Gerechten, richtend), jeder Atemzug eine kargbemessene Zärtlichkeit an den fremden Embryo nebenan. Nacht; das waren tastende Hände in der Dunkelheit, Nachtfaltergedanken, in eine unmenschliche Leere hinausgeträumte Sehnsüchte, schreiende Kindergebete, Eis, Eisberge, Bewusstlosigkeit. Nacht; das war grosses Niemandsland der Kinder. Auch wir waren liebenswert. Doch wir wollten nicht leben. Nacht, das war auch die Metallstimme der Wächterin. Zitternd warteten wir auf den Ruf, und alle Embryos krochen in ihre eigenen Fremdbetten zurück. Es gab nur Einzelkinder – wir waren keine Familie! Die Nächte in diesen Räumen, diese verfluchten Nächte der Überflüssigen. Luzern 1950. Kinderheim am Waldrand. Hauseigener Park, Hühnerhof, Schwestern vom Seraphischen Liebeswerk. Die Treppe vor dem Haus, ein Kindermatterhorn, riesig in der Erinnerung, unüberwindbar. Nicht hinuntersteigen auf die Strasse der Menschen, wo es Kinder gab und Spielbälle, Eltern und starke Jungen. Nicht hinuntersteigen, Gefahr am untersten Treppenabsatz. Dort stand eine Frau, die ein hübsches Kind wollte.“

 

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Mariella Mehr (Zürich, 27 december 1947)

 

 

De Zwitserse schrijver Markus Werner werd geboren op 27 december 1944 in Eschlikon (Kanton Thurgau). Zie ook alle tags voor Markus Werner op dit blog.

Uit: Der ägyptische Heinrich

„Nach Tell-el-Kebir erreichten wir bald die östliche Flanke des Deltas, linkerhand der Straße erstreckte sich fruchtbar das biblische Land Gosen und rechterhand ein kilometerlanger und rauchender Müllgürtel, in dem zerlumpte Menschen nach Nützlichem wühlten und der die Provinzhauptstadt Zagazig ankündigte, wo Heinrich, bevor er Postdirektor von Ismailiya wurde, zuletzt noch gewohnt hatte und wo Catherine mit Georg, dem jüngsten der drei Söhne, niederkam. Trotzdem stieg ich, schockiert von Zagazigs Häßlichkeit, nicht aus. Ich hätte es getan und Georgs Enkel von Zagazig aus eine Karte geschickt, wenn mir die Existenz dieses Enkels damals schon bekannt gewesen wäre. Aber man hatte mir auf dem Zivilstandsamt Zürich nur die Namen und Lebensdaten von Heinrichs und Catherines Söhnen ausgehändigt, nicht aber die Namen und Daten von deren Nachkommen, da diese in blutsverwandtschaftlicher Hinsicht nur einen sogenannten Seitenzweig bildeten. Um an den Seitenzweig heranzukommen, bedurfte es einer Bewilligung der Direktion des Innern, und die letztere hatte mir auf mein sofortiges und diesbezügliches Gesuch hin noch ein geeignetes Identifikationspapier abverlangt und mir orientierungshalber mitgeteilt, daß die Gebühr fünfzig Franken betrage und die Bewilligung zur Einsichtnahme in den Seitenzweig nur soweit erteilt werden könne, als es sich nicht um lebende Personen handelt. — Hätte mich die Bewilligung noch vor meiner Abreise nach Kairo erreicht, so hätte ich mir und der Schweizer Botschaft die Suche nach möglichen Bluntschlis in Ägypten ersparen können, und hätte das Zivilstandsamt, das mir nach meiner Heimkehr die benötigten Auszüge aus dem Familienregister ausgefertigt hat, darin versehentlich nicht auch eine lebende Person aufgeführt, so würde ich bis heute glauben, daß Heinrichs Geschlecht im Mannesstamm erloschen sei. — Georg, der Frühverstorbene, hat ja, wie schon einmal berichtet, fünf Kinder hinterlassen, die seine französische Frau dann von Kairo nach Zürich ins Waisenhaus brachte, und eines davon, das jüngste mit Namen Jean Baptiste, ist später Konditor geworden und hat einen Sohn gezeugt, bei dem es sich um die lebende Person handelt, die man mir hatte vorenthalten wollen und die ich in Ägypten nicht hätte finden können, da sie in Zürich wohnt, wo wir inzwischen ein Glas getrunken haben im Gedenken an den gemeinsamen Ahnen. Keine Karte also aus Zagazig an meinen Verwandten und Weiterfahrt Richtung Tanta im Herzen des Deltas, links und rechts grüne Felder, topfeben alles, monoton und ohne den erhofften Reiz. Bei Mit-Ghamr Überquerung des Damietta-Nilarms und eine halbe Stunde danach Einfahrt und kurze Pause in Tanta, von dem mir nur ein einziges Bild geblieben ist.“

 

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Markus Werner (27 december 1944 – 3 juli 2016)
Cover

 

 

De Duitse schrijfster Malin Schwerdtfeger werd geboren op 27 december 1972 in Bremen. Zie ook mijn blog van 27 december 2008. Zie ook alle tags voor Malin Schwerdtfeger op dit blog.

Uit: Asiatische Massage

„Ich widmete den Schnitt in meinem Kinn dem asiatischen Mädchen, das mich so früh am Morgen verlassen hatte. An ihrem nassen T-Shirt, das mir um den Hals hing, wischte ich den Rasierer ab. Ein riesiges Comic-T-Shirt hatte ich am Hals, dank Benno, der mir ein ungewöhnlich großes und fettes asiatisches Mädchen ausgesucht hatte, ein Mädchen mit Tschuktschenwangen, mit Schenkeln, so fett wie Robbenleiber, eine Kamtschatkaschönheit, ein Eskimomädchen mit Öl in den Augen und Tran im Blut und mit einem einsilbigen Namen. Langsam, laut und gründlich war sie gewesen, und als eine Meisterin des Daliegens hatte Benno sie mir angekündigt. Der gelbe Talg des Mädchens bedeckte mich noch immer, und auf dem Laken ließ er sich zu kleinen gelben Spindeln reiben.
Erst hatte Aga dort gelegen, in dem neuen weißen Bett, als es noch sauber gewesen war, und ich hatte viel vorgehabt mit Aga, hatte sie einwickeln wollen in dieses Laken, hatte sie wie einen Sack Muscheln herumtragen und ihr alles zeigen wollen, das neue Telefon, das neue Sofa, das frisch gestimmte Klavier und die vielen Siebe in der Küche. Aber als Aga gegangen war in der Nacht, hatte sie es noch eiliger gehabt als das asiatische Mädchen am Morgen.
Ich hatte auf Aga gewartet, erst ein Jahr, dann einen Tag. Den Tag, an dem Aga wiederkommen sollte, hatte ich als ein Punkt auf den klebrigen Wabenkoordinaten der Wartefalle von Tegel verbracht, den ganzen Tag, Aga hatte mir ihre Ankunftszeit nicht verraten wollen, und ihre Mutter ging seit einer Woche nicht ans Telefon. Ich wusste nicht einmal, mit welcher Fluggesellschaft Aga flog, wo sie hatte umsteigen müssen, ich konnte nur darauf warten, dass mein Mädchen endlich wiederkäme aus Amerika. Den ganzen Tag lang ließ ich blauschwarze Menschenwolken über mich hinwegrasen, und als am Abend endlich Aga vor mich hingehagelt wurde, kam ihre Mutter und schnappte sie mir weg.
"Nichts mit dir zu tun", sagte Agas Mutter, als sie den Arm um Aga legte, "Aga muss sich jetzt ausruhen."
Mein Telefon klingelte, und Benno fragte: "Hast du sie?", denn Benno wartete vor der Ankunftshalle darauf, mich und Aga nach Hause zu fahren, und ich musste nein sagen, obwohl Aga ja vor mir stand, fremd, glatt, braun an Armen und Beinen zwar, aber doch Aga. Ich musste nein sagen, obwohl ich das Gesicht unter dieser Institution eines Scheitels hätte anfassen können.“

 

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Malin Schwerdtfeger (Bremen, 27 december 1972)

 

 

De Amerikaanse schrijver Louis Bromfield werd geboren op 27. Dezember 1896 in Mansfield, Ohio. Zie ook alle tags voor Louis Bromfield op dit blog.

Uit: The Rains Came

“Even the jackals and the vultures had to be out early to fall upon the dead, upon man and donkey, sacred cow and pariah dog alike, if they were to survive. If you rose early in the morning to ride out of the city into the open country you would see here and there, over the whole brown plain, small writhing quarreling black masses of life devouring the dead. They were vultures. If you set out even half an hour later they would be gone and in their places you would find only little piles of white bones picked clean, all that was left of a cow or a donkey or sometimes of a man.
Beyond the maze of his lazy thought he listened to John the Baptist's simple melody. It was an improvisation which went on endlessly, and to Ransome's Western ear it was always the same. So far as he could discover it was the sole means of release for John's soul the music and the arranging of the marigolds and the blue lilies which were all that was left of the garden so late in the year. John had no girl, or if he had one he saw her in secret dubious ways. His whole life was his master's life his master's tea when he wakened, his master's breakfast, luncheon and dinner, his master's shirts and socks, his jodhpurs and his shorts, his brandy and his cigars. He was a Christian boy, a Catholic from Pondicherry who spoke French more easily than Hindustani or the Gujerati native to Ranchipur a curious French which, softened and rounded by his tongue, he made somehow into an Indian language, unfitting it for use in salons, dressmaking establishments and diplomacy. His proper name was Jean Batiste, but to Ransome he was always John the Baptist* The Prophet, he sometimes thought, with his skinny body nourished on wild locusts and honey, must have looked like this skinny miniature servant.”

 

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Louis Bromfield (27 december 1896 – 18 maart 1956)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Carl Zuckmayer werd op 27 december 1896 geboren in Nackenheim am Rhein. Zie ook alle tags voor Carl Zuckmayer op dit blog.

Uit: Des Teufels General

„Reserviertes Zimmer in OTTOS Restaurant. Solide ›altdeutsche‹ Einrichtung. In der Mitte ein festlich gedeckter Büfetttisch, zur Selbstbedienung für etwa fünfzehn Personen. Im Hintergrund, durch geraffte Portieren halb verdeckt, eine ›gemütliche‹ Ecke, mit Rauchtischchen, Klubsesseln, Likör- und Zigarrenservice. Wenn der Vorhang aufgeht, brennt noch die volle elektrische Deckenbeleuchtung, aber FRANÇOIS und HERR DETLEV, die an die Tischdekoration letzte Hand anlegen, Flaschen entkorken und Aperitifgläser füllen, beginnen eine Menge großer Kerzen in silbernen Tisch- und Wandleuchtern anzuzünden und drehen später das grelle Hauptlicht ab. Alle Fenster sind mit dicken schwarzen Vorhängen verhüllt. Ein Ventilator summt leise.
DETLEV Wie spät?
FRANÇOIS Minuit moins le quart.
DETLEV Wird ne lange Nacht geben.
FRANÇOIS Ça y est. Dicke Marie, pour nous.
DETLEV Wenn Harras mal wieder richtig auffahren lässt – Mensch – das ist noch alte Schule. Da bleibt kein Auge trocken.
FRANÇOIS Que fais-tu donc? Pas de Porto, pour Harras. Il va commencer avec un Armagnac. Double. Donne-moi le grand verre.
DETLEV Woher weißt du, Sibylle?
FRANÇOIS Je le connais. Il vient de la Reichskanzlei – d'une réception officielle d'Etat. Alors – il lui faut plus fort que du Porto. C'est logique. N'est-ce pas?
DETLEV Stimmt wie ne Bassgeige. Wenn er seinem Führer ins Auge geschaut hat, dann braucht er ne innere Spülung.
FRANÇOIS (mit einem Blick über die kalten Platten) Dieu merci, que nous avons des pays occupés. C'est le confort du patron. On ne mange que des fruits... les fruits de la victoire. Voilà: Les hors-d'œuvres – de Norvège. Le homard – d'Ostende. Le gibier – de Pologne. Le fromage – de Hollande. Le beurre – du Danemark. Et les légumes – d'Italie. Pas de caviar – de Moscou... “

 

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Carl Zuckmayer (27 december 1896 – 18 januari 1977)
Scene uit een opvoering in Kiel, 2008

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 27e december ook mijn blog van 27 december 2017 en ook mijn blog van 27 december 2015 deel 1 en eveneens deel 2 en ook deel 3.

Geschreven door Romenu om 20:36 Reageer op dit bericht

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