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Berichten van 13 maart 2024 tot 14 maart 2024

Jochen Schimmang, Volker von Törne

De Duitse schrijver Jochen Schimmang werd geboren op 14 maart 1948 in Northeim. Zie ook alle tags voor Jochen Schimmang op dit blog.

Uit: Laborschläfer

„Vom Hinterhof schien die Sonne in die Küche, und wenn ich auch wenig verstand von dem, was erzählt wurde, begriff ich doch, dass etwas in Unordnung geraten war und meine Großmutter Angst hatte. Dass es der Sozialismus war, der in Unordnung geraten war, verstand ich erst später, als die Ereignisse schon zum Gedenktag geronnen waren. Meine Großmutter war auch alles andere als eine Sozialistin, wie ich später erfuhr, sie hatte nur vor jeder Art von Unordnung Angst. Es interessierte sie nicht, dass der Sozialismus in Unordnung geriet, sie hatte nur die Angst: die Russen kommen. Auch das erzählte ich Dr. Meissner bei unserer ersten Begegnung, und er wiederholte: »Sie sind auf jeden Fall unser Mann.« So wurde ich der achte von insgesamt sechzehn Probanden.
Vorgestern, IC 2453 Ankunft Düsseldorf Hbf 17:05, Zeit des vorabendlichen Berufsverkehrs, Anfang März. Mein Arbeitsbeginn rückt näher. Entspannte Fahrt, die Augen halb geschlossen, während draußen »Leverkusen« vorbeizieht. Gibt es »Leverkusen«, frage ich mich jedes Mal auf dieser Strecke. Nach dem Aussteigen vorbei an nervösen kleinen Menschenpulks, freudig oder angespannt. Rückwärtiger Ausgang, Taxi nach Flingern. Der Fahrer ist schweigsam. Ich frage ihn, ob er bald Feierabend hat. Eine meiner Standardfragen, um das Schweigen nicht zu sehr aufzuladen, obwohl ich jeden, der gern schweigt, bestens verstehe. »Habe gerade angefangen«, sagt der Fahrer, »fahre durch bis morgen früh um sechs.« Warum überrascht mich immer noch das zwar nicht akzentfreie, aber grammatikalisch einwandfreie Deutsch, warum muss ich mir die Frage woherkommSie verkneifen. Ich tippe auf Afghanistan. Du lebst seit Jahrzehnten in einem Multikultiland, weißer alter Mann, und es gefällt dir doch. Warum dann diese Fragen noch immer im Hinterkopf. »Ich setze Sie direkt hier vorm Haupteingang ab«, sagt der Fahrer jetzt und fragt, ob ich eine Quittung brauche. Oben angekommen der übliche Satz: Da bin ich mal wieder. Und die Antwort: Sie sind es. Willkommen, Herr Roloff. Möchten Sie etwas trinken. Solche Begrüßungsrituale gehören zu meiner Arbeit.
Manche sammeln Leergut; ich schlafe. Vom Ertrag her ist meine Tätigkeit deutlich lohnender, und im Ansehen rangiert sie weit über der erstgenannten. Während andere Papierkörbe und Parks durchstöbern, immer mit der lauernden Befürchtung, es könnten fremde Blicke auf ihnen ruhen, liege ich, als klinisches Objekt, in ebenso klinisch sauberer Bettwäsche und gleite hinüber, vielfach kabelfrei verstöpselt zwar, aber das stört mich schon lange nicht mehr. Es handelt sich in mehrfacher Bedeutung des Wortes um einen Traumberuf. Zwar werde ich über die gesamte Schlafzeit beobachtet und gemessen, aber gerade im Schlaf spüre ich den Blick des Anderen nicht. Davon habe ich mein Leben lang geträumt. Und der erste Blick nach dem Aufwachen ist immer freundlich: dankbar, dass ich mich – wieder einmal – zur Verfügung gestellt habe. Dann beginnt der Tag, auf Wunsch bekomme ich noch Frühstück, und danach trete ich auf die Straße, in Lübeck, Göttingen, Düsseldorf, auch zu Hause in Köln. Berühmter Schläfer, der ich bin. Jedenfalls in der Szene; die Ewigwachen wissen nichts von mir. Die 24/7-Zombies mit ihren weit aufgerissenen Augen.“

 

Jochen Schimmang (Northeim, 14 maart 1948)

 

De Duitse dichter Volker von Törne werd geboren op 14 maart 1934 in Quedlinburg. Zie ook alle tags voor Volker von Törne op dit blog.

 

Officiële kennisgeving

We zitten in de soep:
wij zullen geen honger lijden.

Het water staat ons aan de lippen:
wij zullen geen dorst hebben.

U speelt met vuur:
wij zullen niet bevriezen.

Er wordt voor ons gezorgd.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Volker von Törne (14 maart 1934 – 30 december 1980)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 14e maart ook mijn blog van 14 maart 2020 en eveneens mijn blog van 14 maart 2019 en ook mijn blog van 14 maart 2015 deel 2.

Geschreven door Romenu om 00:00 Reageer op dit bericht

Yuri Andrukhovych

De Oekraïense dichter en schrijver Yuri Andrukhovych werd geboren op 13 maart 1960 in Iwano-Frankiwsk. Zie ook alle tags voor Yuri Andrukhovych op dit blog.

 

Sie Können Den Computer Jetzt Ausschalten

….until finally I realised:
I’d been sitting there for a good half hour
gazing dully into the screen
with its last sentence.
And session over, and you have to move
and shut the computer
and leave.

But what next? And can you ever get used to
those car accidents
that hit the bulls-eye?
To that electronic address
that lets you know the worst?
And how to express protest? And against what?
To howl at the walls, or to close the computer
forever?

Sashko Kryvenko.
Last night.
Left us forever.

Did I understand that right, I didn’t twist any of the facts?
‘Cause if this is a novel
these plot twists
are becoming monotonous,
the Author evidently in crisis.

SIE KÖNNEN DEN COMPUTER JETZT AUSSCHALTEN.
DON’T FORGET TO TURN THE TELEVISION OFF.
GOODNIGHT CHILDREN, GOODNIGHT.
THERE ARE NO MORE MESSAGES TODAY.

(Doubtless, all of us
at any moment might have
a car accident, a heart attack,
a white fever.
All of us – we’re mainly drinkers,
as our guardians on the Internet well know.
Our country came to terms with that long ago
and each similar piece of bad news
is taken with all due calm.
So why does it turn so dark, in the eyes?)

I go outside, to at least catch
some air and I can’t do it.

SIE KÖNNEN DEN COMPUTER JETZT
AUSSCHALTEN.

And only later – along with the air –
it comes to me,
brighter than bright:

There is one such place.
For those like Sashko Kryvenko.
And from there you can see everything.
And the point is not
that he is there, and we are here,
although that can’t fail to twist your guts
here in our green world.

The point is
that it’s called liberation
and despite everything, it’s inevitable
as any old car-accident.

 

Universiteit

wij gebruiken dode talen
hulpeloos lopen we langs de antwoorden van astrolabia en
schedels
vanaf de hoogten van de wallen luisteren we
naar het galmen van de St. Nicolaas we luisteren
op de stoep naar de welbespraakte redenaar Cicero, besmeurd met krijt
tijdens de medische lessen gluren we in de ogen van
dode mensen
we verbergen tabak en smerige schetsen in onze zakken
’s morgens volgen we gehoorzaam de kapelaan
we gooien kleine filosofische steentjes naar katten
’s middags rennen de grappigste syllogismen en formules
van ons weg omdat
aan de andere kant van de steile vochtige muur
een honingzoete meid van de locoburgemeester
pas gewassen
nat druipend
ondergoed ophangt.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Yuri Andrukhovych (Iwano-Frankiwsk, 13 maart 1960)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 13e maart ook mijn blog van 13 maart 2021 en eveneens mijn blog van 13 maart 2019 en ook mijn blog van 13 maart 2016 deel 1 en eveneens deel 2 en ook deel 3.

Geschreven door Romenu om 10:15 Reageer op dit bericht

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