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Berichten van 18 mei 2025 tot 19 mei 2025

Constantin Göttfert, Robert Creeley

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Constantin Göttfert op dit blog.

Uit: In den Wänden

„Zwei Nächte verbrachte ich bei meinem Vater. Du denkst an Berge, wenn du an Österreich denkst, du erinnerst dich an die Luft, die du auf einer deiner Reisen in die Lunge gezogen hast. Vielleicht denkst du daran, wie der Schnee unter deinen Schiern knarzt, oder an Seilbahnen, die über dicht bewaldeten Hängen schaukeln; in Wahrheit jedoch ist das, was ich meine Heimat nenne, eine flachgedrückte Ebene.
Kein Fremder ist jemals an diesem Ort dem Zug entstiegen. Du wärest der erste. Und würdest du dann an der Eingangstür meines Vaterhauses stehen und dich noch einmal zurückwenden, so ginge dein Auge über eine unendliche Fläche aus Feldern und brachliegendem Land, und nichts finge deinen Blick auf, keine Erhebung, kein Wald, nicht die Lichter einer Stadt. Nur die Felder der Sonnenblumen würdest du sehen, die bis an den Horizont reichen, deren Köpfe so schwer sind, dass sie sich kaum bewegen, wenn der Wind an ihnen reißt, und die Stimmen der Kinder hören, die aus der Schule am Ende der Straße kommen; immer noch laufen sie durch dieselben Tore, durch die auch ich gelaufen bin, immer noch lachen sie, stellen sich ein Bein, stecken sich Sonnenblumenkerne zwischen die Zähne und treten sich mit den Spitzen ihrer Schuhe gegen die Schienbeine.
Eben dort, am Rande der Sonnenblumenfelder, stand ich und wartete, bis die Stimmen verstummt waren. In der plötzlichen Stille hörte ich, wie eine leere Medikamentendose über die ­Gitterstäbe eines Kanaldeckels rollte. Der Wind musste sie aus dem Mülleimer vor der Haustür gerissen haben. Sie hatte sich zwischen den Gitterstäben verfangen, schaukelte dort hin und her, bis sie plötzlich frei kam und vom Wind an der Gehsteigkante hinabgetrieben wurde. Es dauerte viel zu lange, bis ich den richtigen Schlüssel fand, und als ich das Haus meines Vaters betrat, war meine Hand, die den Koffer vom Bahnhof bis hierher getragen hatte, unendlich müde geworden.
Mein Vater ist krank, weißt du, aber nicht das ist es, was mich wach hält. Es sind seine Schritte. Sie wecken mich, wenn er nachts im Haus umherirrt, wenn er schlaflos die Treppen neben meinem Zimmer auf- und absteigt. Mit seinen schweren Füßen nimmt er mir den Schlaf. Ich höre, wie er stehen bleibt, wie er atmet. An der obersten Treppenstufe steht er dann, und das Pfeifen seiner Lunge erscheint mir plötzlich so nahe, als wäre nicht er, sondern ich selbst der Keuchende. Im dunklen Zimmer starre ich auf die geschlossene Tür und höre die Schritte. Er geht ins Wohnzimmer.“

 


Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

 

 

De Amerikaanse dichter Robert Creeley werd geboren op 21 mei 1926 in Arlington, Massachusetts. Zie ook alle tags voor Robert Creeley op dit blog.

 

Stoute jongen

Als hij thuiskomt met een walvis
lacht ze en zegt, dat bestaat niet.

En als hij de honderdduizend heeft gewonnen
zal ze zeggen, waar was je vannacht?

Waar ben je nu, trouwens? Moet ik
altijd (zegt ze) naar je blijven

uitkijken? Ze zegt, als ik dacht
dat het zou helpen dan zou ik

je neerknallen, idioot
die je bent. Dan schikt ze

haar haar, en wacht
op Uncle Jims gegrilde, volvette, ongeëvenaarde

walvislapjes.

 

 

Vertaald door Peter Nijmeijer

 

 


Robert Creeley (21 mei 1926 – 30 maart 2005)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 19e mei ook mijn blog van 19 mei 2023 en ook mijn blog van 19 mei 2022 en ook mijn blog van 19 mei 2020 en eveneens mijn blog van 19 mei 2019 en ook mijn blog van 19 mei 2018 deel 1 en eveneens deel 2.

Geschreven door Romenu om 16:22 1 reactie Reageer op dit bericht

Yi Mun-yol, Markus Breidenich

De Zuidkoreaanse schrijver Yi Mun-yol werd geboren op 18 mei 1948 in Yongyang. Zie ook alle tags voor Yi Mun-yol op dit blog.

Uit: The Old Hatter (Vertaald door Brother Anthony van Taizé)

“The first encounter between our clan’s urchins and the horsehair-hat maker, Top’yo”g, took place one summer on a market day toward the end of my childhood. To be sure, his modest hat shop had stood there for as long as we could remember, but we no more noticed it than the pebbles on the shores of our creek or the grass in the shade of our valley. However, we happened to discover that horsehair, being strong and nearly transparent, was excellent for hanging bait in a squirrel trap or making cicada nets. After this momentous discovery, we would go to his shop almost every market day for horsehair. For children without money like us–it was before Korean parents gave their children regular allowances–the only way to get what we needed was to steal. In the childish parlance of the day, we “snatched” it.
Of course, old man Top’yo”g didn’t just put himself at our mercy. But we were tireless, and having neither toys nor recreational facilities, we needed horsehair badly. Old man Top’yo”g was bound to be defeated by our brilliant tactics.
On days when the old man tried to drive us away, believing he had safely hidden his horsehair, we took more of it than was necessary. Our tactic was to start a conversation with him on topics like “the day Venerable Hahoe came back without his topknot.” He was sure to get excited and hotly denounce the impious act of the late clan elder, failing to notice what was going on around him. Meanwhile, our commandos circled around to the back of the shop and snatched some horsehair. It took us a decade to understand why the anecdote so excited and infuriated the old man, but we were clever enough to use the circumstance to our advantage.
Even on days when the old man generously handed each of us horsehair not good enough for him but quite usable for us, he would still lose good horsehair, though in somewhat smaller quantity. On such days we would effusively express our gratitude and insist on helping him, blowing on the glue stove until the shop floor was covered with white ash or scrawling with our crayons on his ridiculously small and humble signboard, which said “Horsehair hats and headbands for sale. Repairs also done.” He would then scowl at us and click his tongue in disapproval, but always ended up handing out superior grade hair.”

 

 


Yi Mun-yol (Yongyang, 18 mei 1948)

 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Markus Breidenich werd geboren in Düren op 18 mei 1972. Zie ook alle tags voor Markus Breidenich op dit blog.

 

 

Thermostatisch I

Wij radiatoren. Dragen sporen
van olie in de poriën. Binnenkort verlichten
luchtbevochtigers de droogtijd.
Adderhuid, die in de Namib over het
zand jaagt. Ongetwijfeld stormachtig ook
wij stropen de vacht van een zebra.
Dit retro-uiterlijk tussen de ribben.
Gepiep en geritsel in de wind.

 

Vertaald door Frans Roumen

 


Markus Breidenich (Düren, 18 mei 1972)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 18e mei ook mijn blog van 18 mei 2022 en ook mijn blog van 18 mei 2020 en eveneens mijn blog van 18 mei 2019 en ook mijn blog van 18 mei 2018 en eveneens mijn blog van 18 mei 2014 deel 2.

Geschreven door Romenu om 16:29 Reageer op dit bericht

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