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Berichten van 3 juni 2026 tot 4 juni 2026

Ralf Thenior, Daniela Dröscher

De Duitse dichter en schrijver Ralf Thenior werd geboren op 4 juni 1945 in Bad Kudowa. Zie ook alle tags voor Ralf Thenior op dit blog.

Uit: Ja, mach nur einen Plan

„Ein Lötkolben wurde in Gang gesetzt. Die Stichflamme fuhr langsam das Rohr hoch.
– Fackel die Wand nich’ ab, Willi!
Willi machte eisern weiter.
Es war hundekalt. Überall froren die Leitungen zu, und sie kamen gar nicht nach. Es war sogar zu kalt, um Bier zu trinken. Und während Willi diese betrüblichen Gedanken noch in seinem Hirn wälzte, wobei seine Hand fachmännisch den Brenner führte, hörte er, wie aus seinem Munde die Worte kamen:
– Alex soll mal drei Flaschen Bier holen gehen!
– Bei der Kälte? fragte Schierkalla mahnend erstaunt.
Doch der Altgeselle antwortete nicht mehr.
Kalle Schierkalla war Geselle bei der alteingesessenen Klempnerei Gutbrodt & Söhne. Kalle hatte sich gestern ein prächtiges Veilchen gefangen. Irgend so’n Idiot kommt im »Sportlertreff« auf ihn zu und macht ihn an, von wegen dein Chef stottert ja und so. Eh, du Idiot, der stottert nich’, der hat nur’n Sprachfehler, du Ochse!
Und knackwumm.
Er hatte ziemlich schlechte Laune heute morgen Und das war ihm anzuhören, als er sich über das Treppengeländer beugte und aus dem dritten Stock nach Alex grölte, dem Lehrling, der natürlich wieder auf seinen Ohren saß.
Die nach unten gerichteten Schallwellen schlugen auf dem gekachelten Treppenhausboden auf wie ein Tennisball und kamen mit Foffo wieder hoch, flogen an Schierkalla vorbei, ein halbes Stockwerk höher, um dort durch die Wohnungstür zu dringen und einen Mann aus dem Schlaf zu reißen, der in traumschwerem Morgenschlummer lag.
– Fackel die Wand nich’ ab, Willi!
Es ist unmöglich zu schildern, wie diese Worte und in welcher Maske sie durch seine Schlafhaut gedrungen waren, als letzte abschließende Rede einer Situation, auf die er zugeträumt hatte.
Und jetzt Alex, der Arsch mit Ohren.
Der Mann versuchte, sich an die Eintragungen in seinem Personalausweis zu erinnern. Dann wußte er wieder, wo er war.
Die Bude war eiskalt. Und die wollten Bier.“

 

 

Vrijdagavondkoorts

Een koude maartse regen midden in de zomer, het is alweer eind juni. 5 uur ’s middags, vrijdagavond. De drukte van de stad neemt af, het geraas zal weldra voorbij zijn. Het weekend staat voor de deur. Vanavond gaan we er flink tegenaan! Absoluut! We gaan naar onze stamkroeg  – en dan gaan we helemaal uit de bol! Je moet jezelf af en toe verwennen. – En ernaast: Kom op, laten we naar de “Roxy” gaan. Ik vind de “Camera” leuker. Maakt mij niets uit? Mij wel. Oké, “Camera”. En als er niets te beleven is? Dan doen we wel iets anders. Niet weer!

Ik wil gaan joggen! Je moet wachten tot morgen. Nee, nu! Kijk eens naar buiten. Een koude maartse regen valt. Ik vind alles saai, behalve joggen. Kom op, laten we seks hebben. Nee, niet nu!

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 


Ralf Thenior (Bad Kudowa, 4 juni 1945)

 

 

De Duitse schrijfster Daniela Dröscher werd geboren op 4 juni 1977 in München. Zie ook alle tags voor Daniela Dröscher op dit blog.

Uit: Sprechen

„Wer spricht, kann loben, lügen, plaudern, drohen, flehen, fluchen, bitten, beten, betteln, zetern, zürnen, danken, plänkeln, streiten, schmeicheln, lästern, widersprechen, warnen, kritisieren. Grüßen und granteln.
Wer schreibt, hat nicht selten ein Problem mit gesprochener Sprache, behaupte ich. Ein geschriebenes Wort, das gedruckt wird, kann und muss ich sorgsam wählen, gegebenenfalls löschen, ersetzen. Ein gesprochenes Wort, einmal geäußert, wirkt unmittelbarer. Eine Stimme trifft auf einen Körper. Einmal gesagt, ist es in der Welt. Man kann es nicht zurücknehmen.
Es war meine Mutter, die mir eine große Vorsicht, nein, Umsicht mit Worten vorgelebt hat, in ihrem Versuch, sich stets so genau wie möglich auszudrücken. Als Zugezogene und Kind schlesiendeutscher Eltern glaubte sie, sich keinen Fehler erlauben zu dürfen. Nicht zuletzt ihrem Bewusstsein für Sprache verdanke ich wohl meine Liebe zum geschriebenen Wort — aber eben auch mein Drama mit dem Sprechen.
Auf den ersten Blick scheint nichts natürlicher. Das Sprechen gehört zum Menschen wie das Atmen. Für mich barg es recht früh Fallstricke, Fragezeichen. Ich staunte — und staune noch heute —, wie mühelos und leichtfertig viele Menschen Worte im Munde führen. Wie unbekümmert sie davon ausgehen, andere zu verstehen und selbst verstanden zu werden. Schon als Kind empfand ich Sprache als etwas Faszinierendes, aber auch als etwas Zerbrechliches und, ja, Gefährliches, mit dem man Schaden anrichten, sich einem Urteil ausliefern konnte. Jedenfalls nicht als ein schlichtes Mittel der Verständigung. Auch deshalb habe ich wohl gleich mehrere Male in meinem Leben fast vollständig aufgehört zu sprechen.
Das Verstehen und Verstandenwerden ist in der Tat keineswegs selbstverständlich. Es stellt im Gegenteil sogar die Ausnahme dar, nicht die Regel. Erstmals begegnete ich dieser Überlegung als Zwanzigjährige, in einem Seminar zur Sprachphilosophie.“

 

 


Daniela Dröscher (München, 4 juni 1977)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e juni ook mijn blog van 4 juni 2020 en eveneens mijn blog van 4 juni 2019 en ook mijn blog van 4 juni 2018 en ook mijn blog van 4 juni 2017 deel 2.

Geschreven door Romenu om 12:00 Reageer op dit bericht

Monika Maron, Ralf Thenior

De Duitse schrijfster Monika Maron werd geboren op 3 juni 1941 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Monika Maron op dit blog.

Uit: „Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig“: Tagebücher 1980-2021

„10. Juni 1980

Beckermann hat angerufen und gesagt, es sei alles in Ordnung. Ich schreibe weiter an dem Stück. Im Augenblick strömen alle kleinen Nebenflüsse wieder in den Hauptfluß, und es hat den Anschein, als wollten sich die Dinge wenigstens vorübergehend zu einem Ganzen fügen. Und eigenartig: Meine erste Reaktion ist Angst, daß so viel Gutes auf einmal nicht kommen kann, ohne die Katastrophe hinter sich herzuziehen. Und dann denke ich wieder: Mein Mißtrauen provoziert das Unglück. In solchen erfolgreichen Augenblicken komme ich mir immer vor wie ein Hochstapler. Ich weiß so wenig. Und ich schaffe es nicht, mehr zu wissen. Ich habe den Eindruck, immer wenn ich etwas Neues begreife, vergesse ich etwas, was ich vorher wußte. Vor allen Dingen kann ich mir nicht merken, was ich gelesen habe.

Freitag, 13. Juni 1980

Ich habe die ganze Nacht in einem wunderbaren Zustand verbracht. Ich war ich und doch eine andere. Mein Gefühl von mir war oval wie ein Ei, aber ich war kein Ei. Um mich und in mir waren Musik, Blumen und Licht, mit denen ich mich eins fühlte, ohne daß ich das gewesen wäre. Ich wußte im Traum, welches Gefühl ich immer gesucht hatte. Ich wußte, daß ich ein Geheimnis wußte, das mir bis dahin immer verschlossen gewesen war. Ich war eine andere, und ich war ich. Das Gefühl blieb als Erinnerung, aber ich konnte es nicht wieder herstellen, nachdem ich einmal aufgewacht war. In solchem Augenblick bin ich bereit, an alles Über-irdische zu glauben. Woher kommen solche Empfindungen, wenn man im Leben keine Gelegenheit hat, sie zu erfahren? Woher weiß ich etwas, was ich nicht erfahren konnte? Oder unsere Phantasie und unsere Wünsche sind so stark, daß sie uns für kurze Zeit eine andere Wirklichkeit schaffen können. So ähnlich muß die Günderrode empfunden haben, als sie ihr apokalyptisches Fragment schrieb. Sie starb kurz darauf.”

 

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Monika Maron (Berlijn, 3 juni 1941)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Ralf Thenior werd geboren op 4 juni 1945 in Bad Kudowa. Zie ook alle tags voor Ralf Thenior op dit blog.

 

Achter de kassa bij Lidl

De volledige lichaamstatoeage zien,
althans alles wat zichtbaar was,
als een duveltje uit een doosje
springt het vooroordeel er meteen uit: motorvrouw
De vrouw achter de kassa, onverschillig,
trekt de streepjescodes over het licht.
Learning by buying, geluk hebben,
bijna altijd bij haar kassa staan.
Anders heeft het winkelen geen zin.
Vriendelijk persoon, evenwichtig
en humoristisch, veel meegemaakt, ze
verkoopt geen kletspraat, maar haar droge humor
legt haar voor iedereen die zij mag
een geestige opmerking op de tong;
je begint de dag met een vrolijk gevoel.

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

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Ralf Thenior (Bad Kudowa, 4 juni 1945)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 3e juni ook mijn blog van 3 juni 2024 en ook mijn blog van 3 juni 2021 en ook mijn blog van 3 juni 2019 en eveneens mijn blog van 3 juni 2018 deel 2.

Geschreven door Romenu om 00:00 Reageer op dit bericht

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