Udo Steinke, James Holmes, Georges-Arthur Goldschmidt

De Duitse schrijver Udo Steinke werd geboren op 2 mei 1942 in Łódź. Zie ook mijn blog van 2 mei 2009.
Uit: Mordlust
“Mordlust - sowas baut sich auf. Vor einigen Tagen, Ende November 1992, stehe ich auf einem deutschen U-Bahnbahnsteig. Sie will nicht kommen, die Bahn, ein Wartender, unter Hunderten, hält mir die Zeitung vor die Nase: Politiker schämen sich nicht selbst zu Tode, leider nein, sie schämen ein ganzes Land in den Tod, schämen, das reicht ja. Ich jedenfalls will mich nicht mehr nur schämen.
Und da grölen sie sich herbei, kettenschwingend, stiefelmutig, tätowiertgezeichnet, hirnglatzenrasiert, fünferpulkstark, angstverbreitend, genießend, die Ketten pfeifen in der hundertfachen Angststille, meine 186 Zentimeter, bewährt in mehr als 50 Marathonläufen, verblassen gegen die doppelbreiten und längeren Fünferpulkbrutalos.
Und da bringt uns die Rolltreppe einen kleinen, schüchternen Schwarzafrikaner entgegen. Ihm und uns dröhnt das fünffache Brutalobrüllen ins Seelenleben: >>Ausländer rausss!<< Sie müssen ja Luft holen, die Brüller, sie stehen vor mir, reichweitenfern. Und sich schämend, schweigend, die Zuschauer.
Ich nutze ihre Luftholpause und sage, so wie in alten Zeiten, 25 Jahre Film rückwärts, in meinem Buch >Doppeldeutsch< nachzulesen, ich sage es ruhig, so wie es Pfarrer Bäumer getan hat, jener, der mich konfirmierte und der Pfarrer Brüsewitz, jener, der sich in der DDR, Zeitz, verbrannte aus Protest gegen das DDR-Regime, zu Grabe trug, wie Pfarrer Bäumer er tun würde, sage ich: >>Meine Herren, heute ist ein guter Tag zum Sterben, ich werde jetzt bestimmt sterben müssen, aber drei von Euch widerlichen Banditen werden auch sterben, wenn ihr jetzt nicht Eure Schnauzen zumacht.<<

De Amerikaanse dichter en vertaler James Stratton Holmes werd geboren in Collins, Iowa, op 2 mei 1924. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2009.
Argos Warmoesstraat: Argonaut Fleeced
That night we met in Argos, it was grand.
I stood there looking stud in all my leather.
You came in, stared round, got your shit together,
walked over, dropped down floorwards, kissed my hand,
then moved your head on sideways, glanced up grave,
and mouthed my fly. You started mouthing faster,
but stopped to say, “Sir, if you’ll be my master
I want to be your everloving slave.”
That was three weeks ago. It seems like years
we slept together, screwed, and played our games,
topman and bottom in a rear bed-sitter.
Now you’ve gone off with Ron; those red-hot flames
of yours die fast. And leave me with my tears
(like Weighmood’s copious, and goddam bitter).

De Frans-Duitse schrijver, essayist en vertaler Georges-Arthur Goldschmidt werd geboren op 2 mei 1928 in Reinbek bij Hamburg. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2009.
Uit: Die Faust im Mund
„Das erste Auflodern
Alles beginnt an einem Oktobertag des Jahres 1943, in der Angst, Einsamkeit und Schande der Besetzung Frankreichs durch die Nazis. Mit einemmal fühlt man sich ausgerichtet an einer merkwürdig vertikalen Feststellung ohne Inhalt und Ausdehnung, die einen stets begleitet hat und sich plötzlich mit besonderer Deutlichkeit und Intensität abzeichnet. Spürt eine simple Gewißheit zu leben, ein ungekanntes Auflodern, das einen buchstäblich in sich selbst hineinfallen läßt. Eine Erschütterung, eine Grundlegung, einen Blitzschlag, aus dem ein unverrückbares Fundament für den Rest des Lebens entsteht. Gleichzeitig hört man das Lied des Föhns, jenes Südwinds, der über die Berge kommt und das Haus anzuheben scheint, daß es höher wird und sich aufrichtet, wie bedrängt von der Unermeßlichkeit ringsum.
Es war ein kurzer Rausch – ein Emporgerissenwerden, ein unsagbares Entzücken, eine leidenschaftliche Erregung, die mir die Tränen in die Augen trieb, das Gefühl, daß dieser zentrale Punkt außerhalb der Worte und ohne Halt eben das ist, worum die Sprache kreist, ohne es zu erreichen, ein leerer Punkt, der den Worten Raum gibt.
Diese Entdeckung, dieses „Ich bin, ich existiere“, wurde zum Orientierungspunkt des hilflosen, verlorenen, vertriebenen und mit dem Tod bedrohten Kindes, das als „minderwertiger“ Christ zur Welt gekommen war.
Das Erlebnis war um so tiefgreifender, wesentlicher, je bedrohter ich – aufgrund meiner Herkunft– in meinem schlichten Überleben war, so daß jeder zufällig in einem Buch gelesene Satz Zuflucht und Zeichen wurde.“
















































































